Es war keine zehn Wochen her, dass der Bürgermeister einen neuen Staatssekretär für Digitalisierung präsentierte – mit jenem Pathos, das in Berlin reserviert ist für Personalentscheidungen, von denen man weiß, dass sie länger halten sollten als die nächste Nachrichtenlage. Matthias Hundt sollte die Verwaltung der Hauptstadt ins 21. Jahrhundert führen. Nun, am Ende dieses Maitages, bittet derselbe Hundt um seine Entlassung.
Zwischen Berufung und Rückzug liegen ein laufendes Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Dresden wegen Insolvenzstraftaten – es gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung –, mehrere insolvente oder insolvenzverdächtige Firmen im engsten Umfeld des Staatssekretärs sowie ein Lebenslauf, der nach Anfragen von rbb und MDR „stillschweigend“ korrigiert wurde.
Hundt und der Dozentenfake
Aus zehn Monaten Dozententätigkeit waren auf der Senatsseite sieben Jahre geworden. Solche Differenzen pflegen in der Privatwirtschaft Bewerbungsgespräche zu beenden, bevor sie beginnen. In der Senatskanzlei führten sie zu einer Ernennung.
Die Senatskanzlei hat, das ist die Pointe dieses Falles, auf Anfrage eingeräumt, von den Insolvenzen bis zur Medienanfrage nichts gewusst zu haben. Man muss diesen Satz zweimal lesen.













