Es gibt Personalentscheidungen, die Vertrauen schaffen – und andere, die umgehend Zweifel schüren. Die Ernennung von Matthias Hundt zum Berliner Staatssekretär für Digitalisierung und Chief Digital Officer gehört klar zur zweiten Sorte. Je länger der Dresdner Unternehmer im Amt ist, und das ist noch nicht lange, desto mehr drängt sich der Eindruck auf, dass diese Besetzung weniger für einen digitalen Neuanfang steht als für ein politisches Fiasko.

Seit März 2026 soll der Dresdner Unternehmer das tun, woran die Hauptstadt seit Jahrzehnten scheitert: eine zerfaserte, träge, in zwölf Bezirke zerlegte Verwaltung digital zusammenzuführen. Eine Mammutaufgabe. Eigentlich bräuchte Berlin dafür jemanden mit unangreifbarer Bilanz, exzellenter Vernetzung in Bund und Land – und vor allem: nachweisbaren Erfolgen. Stattdessen sitzt nun ein Mann auf dem Posten, dessen unternehmerische Spur eine Kette von Pleiten, fragwürdigen Vorgängen und offenen Fragen ist.

Die Insolvenzakte

Nach der Berliner Zeitung haben jetzt auch rbb24 Recherche und MDR Investigativ neue Fakten gesammelt. Sie zeichnen das Bild eines Geschäftsmanns, dessen Selbstinszenierung in den sozialen Netzwerken – Fotos mit Kretschmer, Spahn, Amthor, Dobrindt – wenig mit der nüchternen Aktenlage zu tun hat.