Die schwarz-rote Koalition ist unbeliebt wie noch nie: In der jüngsten GMS-Umfrage liegt die Union bei 23 Prozent, die SPD bei historisch einmalig niedrigen 11 (elf!) und die AfD bei 27 Prozent. Gerüchte um einen Austausch von Bundeskanzler Friedrich Merz machten die Runde: Die Union wolle Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidenten Hendrik Wüst ins Kanzleramt putschen. Dann zeigte sich Merz demonstrativ vereint mit dem mutmaßlichen Kontrahenten Wüst bei einem Termin im Sauerland.
Beim Ostdeutschen Wirtschaftsforum (OWF) im brandenburgischen Bad Saarow brach Merz nun sein – für seine Verhältnisse recht langes – Schweigen. Merz gab sich kämpferisch und machte klar, dass er seinen Reformkurs fortsetzen will, dass er den „schwerfälligen Tanker Deutschland umsteuern“ möchte und dass dafür aber die „parteipolitischen Spielchen“ aufhören müssten. Ob er hier die SPD oder seine eigene Union meinte, wurde nicht recht klar. Im Zweifel richtete sich dieser Hinweis jedoch an die SPD, die er jedoch weiter mit am Steuerruder sieht: „Ich suche keinen anderen Partner, ich habe keinen anderen Partner.“
Friedrich Merz nur ein verbaler Reform-Vorreiter
Merz war auf dem OWF sichtlich bemüht, gute Laune zu verbreiten und gegen den angeblich typisch deutschen Pessimismus („Das Glas ist da immer halb leer“) anzukämpfen. Man sei zusammen mit der EU ein größerer Markt als die USA und werde auch wieder eine überdurchschnittliche wirtschaftliche Dynamik erreichen – so wie in Ostdeutschland, grüßte der Kanzler freundlich in Richtung Publikum.














