Ewiges Leben aus dem Kühlregal – das nur vermeintliche ErfolgsrezeptAn den Enhanced Games wurde mit Sport Werbung für Doping gemacht. Dass man auch gesünder altern kann, beweist der italienische Marathon-Greis Giuseppe Damato.31.05.2026, 05.30 Uhr3 LeseminutenAn den Enhanced Games wurde mit Sport Werbung für Doping gemacht. Dass man auch gesünder altern kann, beweist der italienische Marathon-Greis Giuseppe Damato.Screenshot InstagramWie geht eigentlich Longevity? Die Promotoren der Enhanced Games sagen: Pillen und Pülverchen einwerfen und damit nicht nur länger leben, sondern auch gleich noch zum Superman mutieren. Den Beweis dafür sollten gedopte Sportler liefern. Im Grunde war die Show in Las Vegas nichts anderes als die gute alte Kaffeefahrt, inszeniert nach Art des 21. Jahrhunderts: Wir bieten Ihnen Unterhaltung, und dann greifen Sie bitte zum Portemonnaie. Doch dazu später mehr.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Dass Langlebigkeit auch ganz anders geht, hat kürzlich Giuseppe Damato demonstriert. Der 90-Jährige rannte zuerst in 4:30:30 Marathon-Weltrekord in seiner Alterskategorie. Die alte Bestmarke unterbot er um fast eindreiviertel Stunden. Nur eine Woche später fühlte er sich wieder purlimunter, startete zu einem Halbmarathon und lief auch dort – in 2:07:36 – Weltrekord.Als er gefragt wurde, wie er das mache, schwadronierte er nicht von Pillen und Pülverchen. Läufer wurde er mit 73 nach einem Sturz mit dem Velo. Seine Frau Elda riet dem passionierten Gümmeler, sich künftig zu Fuss an die frische Luft zu begeben. Er beherzigte ihren Rat, und seit ihrem Tod im Jahr 2012 nutzt er sein Training oft, um Eldas Grab zu besuchen, das ergibt eine 18-Kilometer-Runde.Sonst geht Damato ohne strukturierten Trainingsplan einfach regelmässig laufen, 10 bis 15 Kilometer pro Einheit und am liebsten mit Kollegen, wobei diese mehrheitlich um Jahrzehnte jünger sind als er. Sein Enkel Stefano sagt, der Nonno sei im Herzen jung, und es inspiriere ihn, mit jüngeren Leuten unterwegs zu sein.Der Lauf-Methusalem ernährt sich gesund, isst wenig Fleisch, aber jeden Tag Gemüse und als Dessert nach jeder Mahlzeit eine Frucht. Zum Frühstück gibt es einen Cappuccino, bei besonderen Gelegenheiten ein Bier oder ein Glas Wein. Voilà, so simpel sieht ein Rezept für Longevity aus.Die heutige Zeit hat es aber lieber etwas schneller und plakativer. Zum Beispiel eine Flasche im Kühlregal, auf der steht: «I’m Your Meal». Deckel abschrauben und mit ein paar Schlucken die Speicher im Körper wieder füllen: High Protein, haufenweise Vitamine – alles drin und garantiert industriell gefertigt.Aber seien wir ehrlich: Proteine und Vitamine machen noch keinen Superman. Und da kommt der eingangs erwähnte Zirkus von Las Vegas ins Spiel, die Enhanced Games. Ursprünglich als Olympische Spiele der Superhumanoiden angekündigt, wurde letztlich ein aus sportlicher Sicht doch müdes Spektakel geboten. Aber spielte das eine Rolle?Den Machern ist es immerhin gelungen, den Begriff vom «enhancten», also erweiterten oder verbesserten Menschen weltweit zu streuen. Wer im Internet nach den Spielen sucht, landet auch nicht auf einer Sport-Website, sondern direkt im virtuellen Verkaufsregal, wo man sich selbst enhancen kann. Angeboten werden Pulver, Salben und Pillen in Verpackungen, die irgendwie an die Raumfahrt erinnern. So wie die völlig überteuerte Teflonpfanne, die man sich einst auf der Kaffeefahrt aufschnorren liess.Ein Artikel aus der «NZZ am Sonntag»Passend zum Artikel
Enhanced Games und ein Marathon-Greis: zwei Wege zur Langlebigkeit
An den Enhanced Games wurde mit Sport Werbung für Doping gemacht. Dass man auch gesünder altern kann, beweist der italienische Marathon-Greis Giuseppe Damato.











