Doping-Spiele : „Enhanced Games“: Werbeveranstaltung für geladene Gäste25.05.2026, 12:06Lesezeit: 2 Min.Die „Enhanced Games“ sind hinter den Erwartungen der Veranstalter zurückgeblieben. Finanziell hat es sich für die Teilnehmer gelohnt. Die Langzeitfolgen eingesetzter Medikamente sind aber kaum abzusehen.Die „Enhanced Games“ überwiegend gedopter Sportler in Las Vegas sind hinter den Erwartungen der Veranstalter zurückgeblieben. Die 42 Teilnehmerinnen und Teilnehmer traten in 22 Wettkämpfen vor 2500 eingeladenen Zuschauern an. Karten für die Outdoor-Veranstaltung gab es nicht zu kaufen.Wie viel und welche Doping-Mittel konkret die Sportlerinnen und Sportler zu sich genommen haben, blieb ein Geheimnis. Mitgeteilt wurde unter anderem, dass 91 Prozent Testosteron und 79 Prozent Wachstumshormone bekommen haben. Vier der 42 Teilnehmer verzichteten nach Angaben der Veranstalter auf Dopingmittel, darunter nach eigenen Angaben der ehemalige Sprint-Weltmeister Fred Kerley, der von der Athletics Integrity Unit wegen Verstößen gegen das Anti-Doping-Reglement gesperrt ist, und der Schwimmer Hunter Armstrong aus den USA. Kerley gewann den 100-Meter-Lauf, Armstrong gewann über 50 Meter Rücken und wurde Zweiter hinter dem Griechen Kristian Gkolomeev über 100 Meter Freistil.Dieser unterbot über 50 Meter Freistil als einziger einen gültigen Weltrekord, um sieben Hundertstelsekunden (20,81 gegenüber 20,88 Sekunden). Ihm soll nun zusätzlich zur Siegprämie von 250.000 Dollar eine Million US-Dollar Bonus ausgeschüttet werden. Neben der Steigerung der Leistungsfähigkeit durch im Welt-Anti-Dooping-Kodex verbotene Substanzen waren bei den „Enhanced Games“ auch Schwimmanzüge erlaubt, die in den Regularien von World Aquatics verboten sind.Kusch siegt und wirbtDer deutsche Schwimmer Marius Kusch gewann das Rennen über 100 Meter Schmetterling und äußerte sich anschließend, wie zuvor, erwartungsgemäß lobend über die von Investoren aus der Anti-Aging-Industrie finanzierte Veranstaltung und die Wirkung seiner Vorbereitung. Auch Kusch soll mit einer Viertelmillion Dollar belohnt werden.Die vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und Anti-Doping-Agenturen kritisierten Veranstalter der Enhanced Games wollen durch das Event Athletinnen und Athleten finanziell und medizinisch besser versorgen als in den etablierten Strukturen des Weltsports. Zu den Veranstaltern gehören auch der deutsche Milliardär Christian Angermayer und der ehemalige Investment-Banker Maximilian Martin aus München.Lars Mortsiefer, der Vorstandsvorsitzende der Nationalen Anti-Doping-Agentur Deutschlands hatte gegenüber FAZ.NET vorab gesagt, die NADA betrachte die Wirkung der Veranstaltung „insbesondere auf junge Athletinnen und Athleten mit Sorge“: Neben „falschen Idealen“ könnten „Vorbilder entstehen, die Entscheidungen junger Sportlerinnen und Sportler negativ beeinflussen.“ Fritz Sörgel, der Leiter des Instituts für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung in Nürnberg, hatte mit Blick auf die ärztliche Kontrolle über einen Zeitraum von fünf Jahren, mit der von den Veranstaltern geworben wurde, von „Russisch Roulette“ gesprochen. Auch gibt es Sörgel zufolge kein Wissen über Langzeitfolgen einiger der eingesetzten Medikamente, da es zu diesen nur ungenügende Studien zu Neben- und Langzeitwirkungen gebe.
"Enhanced Games" bleiben hinter Erwartungen zurück
Die „Enhanced Games“ sind hinter den Erwartungen der Veranstalter zurückgeblieben. Finanziell hat es sich für die Teilnehmer gelohnt. Die Langzeitfolgen eingesetzter Medikamente sind aber kaum abzusehen.











