PfadnavigationHomeSportEnhanced GamesErnüchterung bei den Doping-Spielen – Weltrekordflut bleibt ausStand: 09:40 UhrLesedauer: 3 MinutenDer 33 Jahre alte Marius Kusch aus Deutschland posiert nach dem Sieg über 100 Meter Schmetterling bei den Enhanced GamesQuelle: Jae C. Hong/AP/dpaDie Enhanced Games sind Wettbewerbe, die aus den Dopinglaboren des Sport entsprungen sind. Bei der Premiere in Las Vegas aber waren die Leistungen überschaubar. Spannender waren die veröffentlichten Zahlen rund um die Dopingexperimente.Die Enhanced Games, bei denen verbotene Dopingmittel zugelassen waren, sind bei ihrer Premiere in Las Vegas hinter den Erwartungen der Veranstalter zurückgeblieben.Bei den insgesamt 22 Wettkämpfen im Schwimmen, Gewichtheben und der Leichtathletik verbesserten zahlreiche Sportlerinnen und Sportler zwar ihre persönlichen Bestleistungen. Eine Flut von Resultaten, die bestehende Weltrekorde übertrafen, gab es nicht. Offizielle Anerkennung von den internationalen Verbänden hätten sie ohnehin nicht gefunden.Über 50 Meter Freistil, dem letzten Wettkampf des Tages, schlug der Grieche Kristian Gkolomeev dann nach 20,81 Sekunden an. Er war damit schneller als der offizielle Weltrekord von 20,88 Sekunden und bekam eine Million Dollar Bonus zusätzlich zu den 250.000 Dollar für den Sieg. Bei den Enhanced Games waren die im internationalen Schwimmsport seit 2010 verbannten Schwimmanzüge, die damals zu einer Flut von Weltrekorden beigetragen hatten, erlaubt.Der deutsche Schwimmer Marius Kusch gewinnt seinen WettkampfDie 42 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten vor den Enhanced Games Zugang zu Dopingmitteln wie beispielsweise Testosteron, Wachstumshormonen und Epo. 38 davon haben nach Angaben der Veranstalter acht Wochen lang unter medizinischer Begleitung gedopt. Darunter waren auch Schwimmer Marius Kusch, der über 100 Meter Schmetterling gewann und seine persönliche Bestzeit um 0,07 Sekunden unterbot, und der Sprinter Mike Bryan als die beiden einzigen deutschen Teilnehmer. Auch Kusch bekam 250.000 US-Dollar für seinen Sieg. Bryan wurde über 100 Meter Letzter und verfehlte seine persönliche Bestzeit klar.Lesen Sie auchWie viel und was genau die Sportlerinnen und Sportler zu sich genommen haben, blieb ein Geheimnis. Mitgeteilt wurde unter anderem, dass 91 Prozent Testosteron und 79 Prozent Wachstumshormone bekommen haben. Vier Sportler verzichteten nach Angaben der Veranstalter auf Dopingmittel, darunter nach eigenen Angaben der ehemalige Sprint-Weltmeister Fred Kerley und der Schwimmer Hunter Armstrong aus den USA. Kerley gewann die 100 Meter in 9,97 Sekunden, Armstrong gewann über 50 Meter Rücken und wurde Zweiter hinter Gkolomeev über 100 Meter Freistil. Die vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und Anti-Doping-Agenturen kritisierten Veranstalter der Enhanced Games wollen durch das Event Athletinnen und Athleten finanziell und medizinisch besser versorgen als in den etablierten Strukturen des Weltsports – gerade der medizinische Aspekt aber ist höchst fraglich. Zu den Veranstaltern gehören auch der deutsche Milliardär Christian Angermayer und der ehemalige Investment-Banker Maximilian Martin aus München. „Wer sich wissentlich gesundheitsgefährdenden Projekten wie den Enhanced Games anschließt, nimmt wissentlich in Kauf, sich damit außerhalb der Gemeinschaft des Sports zu positionieren“, hatte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) vor der Austragung mitgeteilt. Die Vereinigung Athleten Deutschland hatte die Enhanced Games ebenfalls abgelehnt. „Sie stehen für ein System, das gesundheitliche Risiken ökonomisch belohnt – und damit Anreize zur Ausbeutung von Athletinnen und Athleten schafft.“ pk/dpa
Enhanced Games: Ernüchterung bei den Doping-Spielen – Weltrekordflut bleibt aus - WELT
Die Enhanced Games sind Wettbewerbe, die aus den Dopinglaboren des Sport entsprungen sind. Bei der Premiere in Las Vegas aber waren die Leistungen überschaubar. Spannender waren die veröffentlichten Zahlen rund um die Dopingexperimente.













