Es ist ja so eine Sache mit den Trends. Man muss nicht jeden mitmachen. Aber wer nicht dabei ist, riskiert, etwas zu verpassen. Oder dumm dazustehen, wenn es beim Small Talk um Ube-Latte, Reformer-Pilates und Longevity geht. Noch nie gehört? Ist auch nicht wichtig. Es gibt ein Leben ohne all das. Aber wer es sich leisten kann, überlebt damit vielleicht schöner und gesünder. Bei Longevity, also Langlebigkeit, geht es – kurz gesagt – darum, länger gesund zu leben. Zum Beispiel durch viel Bewegung.Im internationalen Sport geht der Trend schon länger zur Profi-Longevity. Nach dem Comeback ihrer großen Schwester Venus (45) will jetzt auch Serena Williams (44) wieder auf dem Tenniscourt mitmischen. Mit einem schnellen Karriereende von Novak Djokovic (39) ist nicht zu rechnen. Und LeBron James (41) spielt schon so lange Basketball, dass er sich die nächste Generation Korbjäger selbst herangezüchtet hat.Hat es nicht in Japans WM-Team geschafft: der 59 Jahre alte Kazuyoshi MiuraReutersIn Japan leben die Menschen bekanntlich besonders lange. Dass Kazuyoshi Miura mit seinen 59 Jahren der wohl weltweit älteste Profikicker sein soll, überrascht deshalb nicht. Gerade ist er ausgeliehen an den Fukushima United FC. In Japans WM-Team hat er es in diesem Alter nicht mehr geschafft – was in anderen Sportarten hingegen Normalität wäre. Deutschlands erfolgreichste Olympionikin Isabell Werth zum Beispiel ist zwar noch etwas jünger, bei ihr darf man aber davon ausgehen, dass sie im August, dann 57, bei der WM in Aachen mitreiten wird.Die Altherren-Allstars bei der Fußball-WMFit wie eh und je? Cristiano Ronaldo steht auch mit 41 Jahren in Portugals WM-Aufgebot.AFPDem Trend zu den Altherren-Allstars folgen jedenfalls auch andere Nationen. Der Blick auf die WM-Kaderlisten offenbart etwa folgende Enddreißiger und Anfangvierziger: Die immerfrischen Superstars Lionel Messi (38) und Cristiano Ronaldo (41) sind natürlich dabei, aber auch die betagten Balkaner Luka Modrić (40) und Edin Džeko (40). Allein ihre Namen und ihre – Vorsicht, Trendwort: Aura – sollen ihre Teams und das Turnier bereichern, selbst wenn sie mal auf der Bank verschnaufen müssen.Es ist doch schön, wenn die Middle-Ager noch Sport machen können und weiter mit Höchstleistungen auffallen. Das ist allemal sehenswerter als das, was so manche frühere Profis, die in diesem Alter ihre Sport-Karriere endgültig beendet und längst statt auf Bänken in Sesseln von Fernsehstudios oder im Reality-TV Platz genommen haben, an Totalausfällen produzieren. Gesundheit und Vitalität seien auch den Didis, Lothars, Stefans und Marios gegönnt. Man wünschte sich nur, dass mit Longevity auch der Trend zu mehr Weisheit und Selbstreflexion im Alter einhergehen würde.