Die EU-Außenbeauftragte Kallas hat richtig erkannt, dass Putin den Europäern eine Falle stellte, als er den früheren deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder als Vermittler im Ukrainekrieg vorschlug. Er wollte, dass sie über diese Personalie diskutieren, am besten noch darüber streiten. Und was machen die EU-Außenminister? Sie diskutieren und sie streiten. Die einen sagen, noch sei die Zeit für Verhandlungen nicht gekommen; die anderen nennen schon Namen potentieller Verhandlungsführer.Das geht am Kern der Sache vorbei. Die entscheidende Frage lautet, was man in Europa will. Die Verhandlungen zwischen Washington und Moskau sind festgefahren, also müssen die Europäer eine eigene Strategie entwickeln. Sie sind nun die Hauptunterstützer der Ukraine. Welche Lösung streben sie für die Ukraine an, welche ist realistisch? Erreicht man sie mit Verhandlungen oder mit weiteren Sanktionen und militärischer Hilfe für die Ukraine? Oder mit allem zusammen?Für Trump ist die Ukraine ein HindernisDas sind keine trivialen Fragen. Die Antworten darauf werden nicht nur Folgen für die sicherheitspolitische Ordnung in Europa haben, sondern auch für die Innenpolitik vieler EU-Staaten. Dazu gehört Deutschland, wo die in Umfragen stärkste Partei die Hilfe für Kiew grundsätzlich infrage stellt. Fest steht nur, dass die Antworten nicht mehr aus Washington kommen werden. Trump verfolgt mit Russland eine bilaterale Agenda, in der die Ukraine mehr ein Hindernis als ein Anliegen ist.Sollte sich Europa für Verhandlungen entscheiden, dann kann man auch über ein Format und über Namen reden. Irgendwelche verdienten Ehemaligen sollte man aber nicht nehmen. Hier geht es darum, Europas Interessen zu wahren. Das können am besten Staats- und Regierungschefs aus den großen Mitgliedstaaten; sie haben es schon in der Vergangenheit getan. Nur eines sollte selbstverständlich sein: Putin bestimmt nicht, wer für Europa spricht.
Die EU steckt in Putins Falle
Die EU hat sich eine Debatte aufdrängen lassen, die an der Sache vorbeigeht: Entscheidend ist nicht, wer mit Putin spricht, sondern was die Europäer wollen.












