In Europa wächst plötzlich die Bereitschaft, mit Russlands Präsident Wladimir Putin über ein Ende des Krieges in der Ukraine zu sprechen. In Brüssel kursieren bereits seit Wochen Namen möglicher Unterhändler: die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel, Italiens Ex-Regierungschef Mario Draghi oder Finnlands Präsident Alexander Stubb, dem ein besonders gutes Verhältnis zu Donald Trump nachgesagt wird.
Noch vor wenigen Monaten wäre eine solche Debatte in weiten Teilen Europas kaum denkbar gewesen. Aktuell aber verändert sich die geopolitische Lage mit hoher Geschwindigkeit und damit auch die strategischen Interessen Europas.
Will Europa auf einmal wieder verhandeln?
In westeuropäischen Expertenkreisen überwiegt dennoch die Skepsis. Wenn selbst US-Präsident Trump bislang keine tragfähige Annäherung zwischen Moskau und Kiew erreichen konnte, warum sollte das ausgerechnet den Europäern gelingen? Zumal die Rhetorik auf beiden Seiten inzwischen eher an eine Kriegsvorbereitung als an Diplomatie erinnert. Der polnische Regierungschef Donald Tusk warnte jüngst, Russland könne innerhalb weniger Monate ein Nato-Land angreifen. Ähnliches hört man vom deutschen Verteidigungsminister oder seinen Kollegen aus dem Baltikum. Aus Moskau wiederum kommen regelmäßig Vorwürfe, europäische Staaten unterstützten ukrainische Angriffe auf russisches Territorium und stellten ihren Luftraum für Drohnenoperationen zur Verfügung.






