PfadnavigationHomePolitikAuslandUkraine-KriegEU erwägt offenbar Merkel oder Draghi für Verhandlungen mit PutinStand: 11:16 UhrLesedauer: 2 MinutenAltkanzlerin Angela MerkelQuelle: WDR/Thomas KierokIn der Europäischen Union wird laut „Financial Times“ über einen möglichen europäischen Unterhändler für Gespräche mit Wladimir Putin beraten. Neben Mario Draghi wird auch der Name von Angela Merkel genannt.In der Europäischen Union laufen laut einem Bericht der „Financial Times“ auf Regierungsebene Gespräche, ob die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel oder der ehemalige Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, die Staatengemeinschaft in möglichen Verhandlungen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vertreten könnten. Auch Finnlands Präsident Alexander Stubb sowie dessen Vorgänger Sauli Niinistö sollen im Gespräch sein. Die „Financial Times“ beruft sich auf namentlich nicht genannte Insider. Demnach wollen die EU-Außenminister in der kommenden Woche bei einem Treffen auf Zypern besprechen, wer sich für solche Gespräche empfehlen würde.Hintergrund ist demnach, dass sowohl die US-Regierung als auch die ukrainische Regierung eine stärkere europäische Rolle in möglichen Verhandlungen mit Moskau befürworten. Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump habe europäischen Partnern signalisiert, dass sie europäische Kontakte zu Putin neben den von den USA geführten Friedensgesprächen nicht ablehne, heißt es.Mehr von WELT in der Google-Suche: WELT als Medium bevorzugenNach Angaben eines hochrangigen ukrainischen Vertreters favorisiert Selenskyj eine Persönlichkeit wie Draghi oder einen starken amtierenden Staats- oder Regierungschef. Merkel und Draghi antworteten nicht auf eine Anfrage der „Financial Times“. Lesen Sie auchIn der EU gibt es laut dem Bericht allerdings erhebliche Vorbehalte. Einige Regierungen fürchten demnach, dass eine öffentliche Diskussion über mögliche Unterhändler nur die Spaltungen innerhalb Europas in der Russlandpolitik offenlegen könnte. Angela Merkel lehnt Vermittlerrolle abDie Altkanzlerin hatte in dieser Woche auf der Digitalkonferenz „Republica“ kritisiert, dass die Europäische Union im Ukraine-Krieg ihr diplomatisches Potenzial aus ihrer Sicht nicht ausreichend einsetze. „Militärische Abschreckung plus diplomatische Aktivitäten – das finde ich wichtig.“ Selbst als Vermittlerin tätig zu werden, schloss Merkel dabei aber aus. Sie sah stattdessen die Staats- und Regierungschefs der EU in der Pflicht. „Sie brauchen die Macht.“Lesen Sie auchKreml-Chef Wladimir Putin hatte kürzlich Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) als Vermittler im Ukraine-Krieg ins Gespräch gebracht. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte sich daraufhin Einmischungen von außen in dieser Frage verbeten.Zur Frage nach anderen möglichen Vermittlern, etwa Ex-Kanzlerin Merkel, äußerte sich Merz bislang nicht direkt. Russland müsse zu Verhandlungen bereit sein, dann könne man einen Vermittler bestimmen, sagte er am Montag in Berlin. Als Erstes müssten aber die Kämpfe eingestellt werden, forderte Merz. „Wir sind mit unseren europäischen Partnern seit langer Zeit in einem intensiven Dialog über unsere gemeinsamen Wege hin zu einer Friedenslösung.“ll mit Reuters