Merkel, Draghi oder gar Schröder – sollte einer von ihnen Friedensgespräche mit Russland führen? Schon die Diskussion darüber sei ein Fehler, warnt die EU-Außenbeauftragte Kallas: »Es ist eine Falle, in die Russland uns locken will«.

28.05.2026, 15.18 Uhr

EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas

»Es ist eine Falle, in die Russland uns locken will«, sagte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas. Damit hat sie die Entscheidung begründet, dass die Europäische Union vorerst keinen Chefverhandler für mögliche Ukraine-Friedensgespräche mit Russland ernennen wird. Bei einem informellen Außenministertreffen in Zypern lehnten führende Mitgliedstaaten wie Deutschland Vorschläge in diese Richtung entschieden ab.

Kallas warnte Befürworter zudem eindringlich vor weiteren öffentlichen Diskussionen zum Thema. Die russische Taktik sehe vor, dass man darüber diskutiere, wer mit Russland spreche, und Russland dann bereits auswähle, wer geeignet sei und wer nicht.Als potenzielle Kandidatinnen und Kandidaten für einen EU-Sondergesandten-Job waren bislang unter anderem die frühere deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, der finnische Präsident Alexander Stubb sowie Ex-EZB-Chef Mario Draghi genannt worden. Russlands Präsident Wladimir Putin brachte zudem den früheren deutschen Kanzler Gerhard Schröder ins Spiel. Der 82-Jährige gilt allerdings schon wegen seiner Nähe zum Kremlchef als nicht vermittelbar.