Der österreichische Motorradbauer KTM bringt laut einer länderübergeifenden Medienrecherche über Händler im großen Stil Geländemaschinen auf den Markt, die nicht den Vorschriften entsprechen. Bestimmte Offroad-Motorräder kämen „leistungsbegrenzt“ zu den Händlern, würden dort umgebaut und von Kunden in „illegalem Zustand“ mit damit ungültigen Zulassungspapieren weggefahren, berichtete der an der Recherche beteiligte SPIEGEL am Dienstag.
Mit dem Vorgehen brächten KTM-Händler entdrosselte Geländemotorräder auf die Straße, die nur gedrosselt auf der Straße gefahren werden dürften, berichtete der SPIEGEL weiter. So würden „systematisch europäische Abgas- und Lärmvorschriften umgangen“. Die Enduro-Maschinen stießen entdrosselt deutlich mehr Emissionen aus, als eigentlich erlaubt wäre.Anpassungen an der KTM-SoftwareFür die verdeckte Recherche sprachen Reporter mit Händlern in Österreich und mehreren anderen europäischen Ländern. Der österreichische Fernsehsender ORF berichtete, KTM lege die für den Umbau benötigten Teile in den Kisten für die Motorräder bei. Die Händler bauten die Maschine um und nähmen Anpassungen an der KTM-Software vor.
KTM wies die Vorwürfe gegenüber der Nachrichtenagentur APA „entschieden“ zurück. Die KTM-Gruppe verkaufe ihre Motorräder „ausschließlich im Einklang mit den geltenden europäischen Vorschriften“, hieß es in einer Erklärung. „Auf Kundenwunsch“ könnten die straßentauglich beim Händler erworbenen Motorräder „für den Wettbewerbs- und Geländeeinsatz konfiguriert werden“. Laut SPIEGEL hingegen zeigen die Recherchen, dass die Maschinen „meist bereits entdrosselt“ in den Verkaufsräumen stünden – also bevor Kunden sich den Umbau überhaupt wünschen können.Das Kraftfahrt-Bundesamt hat nach ORF-Angaben eine Untersuchung eingeleitet. Demnach möchte die deutsche Behörde „Maßnahmen gegen die beteiligten Wirtschaftsakteure einleiten“, wenn „Abweichungen von Vorschriften festgestellt werden“.







