Als der 1. FC Lokomotive Leipzig am Samstag vor einer Woche Meister wurde, da sah alles so aus wie bei jeder Meisterfeier. Raketen schossen aus dem Fanblock in den strahlend blauen Nachmittagshimmel. Dem Trainer Jochen Seitz war die Erleichterung über den Sieg anzusehen, nachdem seine Mannschaft im entscheidenden letzten Saisonspiel gegen den 1. FC Magdeburg II zweimal zurückgelegen hatte. Es folgte eine Bierdusche. Die Spieler sangen und jubelten mit den Fans, trugen Medaillen, Pokal und Meistershirts.

Aber zugleich war doch nicht alles wie immer. Es war alles etwas verhalten. Die Fans stürmten nicht den Platz, die Tornetze blieben ganz und der Rasen heil. Obwohl Lok Meister wurde, geht es erst einmal nicht an den Ballermann. Die ganz große Ekstase herrschte in Leipzig an diesem Nachmittag nicht.