Das, was am 1. Juni vergangenen Jahres passierte, hätte so manchen Verein sportlich zusammenbrechen lassen können. Mit großen Hoffnungen war der 1. FC Lokomotive Leipzig zum Rückspiel der Aufstiegsrelegation in die 3. Liga nach Havelse gereist. Der gastgebende TSV hatte ein paar Tage zuvor ein Remis im Bruno-Plache-Stadion erkämpft und setzte sich an diesem Tag mit 3:0 nach Verlängerung gegen die Sachsen durch. Die Hoffnungen auf den Aufstieg, der große Traum von der Rückkehr in den Profifußball war innerhalb von einer halben Stunde zunichte gemacht worden.Es hat in diversen Ligen im In- und Ausland schon manches Team gegeben, das sich danach personell in alle Himmelsrichtungen dividierte und in der darauffolgenden Saison noch nicht einmal in die Nähe einer solch großen Chance kam. In Leipzig lief alles ganz anders. Mit Andreas Naumann, Tobias Dombrowa, Lukas Wilton, Farid Abderrahmane, Alexander Siebeck und Dorian Cevis standen am Donnerstag im Spiel gegen die Würzburger Kickers gleich sechs Spieler in der Startformation, die auch beim Drama von Havelse von Beginn an auf dem Rasen mitgewirkt hatten.

Wieder Relegation. Wieder der große Traum vom Aufstieg. Lok hatte zum zweiten Mal hintereinander die Meisterschaft in der Regionalliga Nordost gefeiert. In diesem Jahr soll es endlich mit dem Sprung in die 3. Liga klappen. Rostock, Essen und Duisburg sollen die Reiseziele heißen. 1860 München oder Fortuna Düsseldorf in Probstheida – das wäre doch was!Ob diese Vision nun tatsächlich auch Realität wird, lässt sich nach der 0:1 (0:0)-Niederlage im Hinspiel natürlich noch nicht sagen. Der Weg vor der Entscheidung, die am Montag (18.30 Uhr) im Rückspiel in Würzburg fällt, ist aber ein Stück weiter geworden. Mut machen sollte der Auftritt der Loksche vor der Pause. Obwohl der Gegner mit einer gigantischen Serie von 16 Pflichtspielen ohne Niederlage in Serie angereist war, konnte man einen Qualitätsunterschied zwischen beiden Mannschaften in der ersten Halbzeit nicht beobachten.