PfadnavigationHomeSportFußballLeipzig – WürzburgDas ungerechteste Spiel im deutschen FußballVon Patrick FranzStand: 11:19 UhrLesedauer: 4 MinutenFans von Lok Leipzig haben eine klare Meinung zur RelegationsregelungQuelle: picture alliance/ZUMAPRESS.com/Sven BeyrichLok Leipzig und die Würzburger Kickers spielen um den letzten verbliebenen Platz in der 3. Liga – und tragen damit eines der ungerechtesten Spiele im deutschen Fußball aus. Selbst der DFB sieht nun Reformbedarf.Im Relegationsduell Lok Leipzig gegen Würzburger Kickers geht es um die letzte Entscheidung im deutschen Profifußball und das eine noch zu vergebende Ticket in der dritten Liga. Das Hinspiel findet Donnerstag um 19.00 Uhr in Leipzig statt, das Rückspiel am Montag um 18:30 Uhr in Würzburg. MagentaSport überträgt live.Dass ein Meister in die Extrarunde muss, ist bei Fans ohnehin umstritten. Doch auch der DFB als Ausrichter der Partien hält das Aufstiegssystem mittlerweile selbst für gescheitert. Die Absurdität wird dieses Jahr durch viele Zufälle auf die Spitze getrieben. Dreifach-Meister gegen MeisterschaftszweitenLok muss zum dritten Mal in die Aufstiegsspiele, die vergangenen zwei Titel als Meister der Regionalliga Nordost gab es in direkter Folge, obwohl der Klub über ein branchenmäßig eher geringes Budget verfügt. Premiere für Lok ist dagegen, dass der Gegner aus Würzburg noch nicht einmal Staffelsieger in Bayern werden musste, sondern als Zweiter antreten darf.Nur drei von 18 bayerischen Regionalligisten wollten überhaupt in die dritte Liga, unter den ersten Sieben standen davon nur die Kickers, die wochenlang Vorbereitungskicks fürs Aufstiegsfinale abhalten konnten.Umgekehrte VorzeichenLok pfiff im engen Rennen der Nordost-Staffel aus dem letzten Loch, rollte gerade so als Erster über die Ziellinie. Mit Stefan Maderer (Haarriss in der Ferse/14 Tore/sieben Vorlagen) und Jonas Arcalean (Schlüsselbeinbruch/fünf Tore/zehn Vorlagen) fallen aber zwei Top-Leute aus. Lesen Sie auchDie Leipziger gehen aufgrund der Verschleißerscheinungen für viele als Underdog in die Partie. Lok war in der Hinrunde stärker, Würzburg gehörte die Rückserie. Letztere ist in diesem Modus viel wichtiger, weil hier nur das Ende zählt.Beide Vereine kämpfen gegen ihr TraumaDie Unterfranken schleppen auch ein Relegationsdrama mit sich herum. Würzburg wurde 2024 mit 13 Punkten Vorsprung Meister und verlor gegen Hannover 96 II, das mit mehreren Zweitliga-Profis auflief, das Elfmeterschießen um die dritte Liga.Lesen Sie auchBei Leipzigs doppeltem Scheitern unterlagen die Blau-Gelben nicht einmal nach 90 Minuten, spielten da gegen Verl (2:2/1:1/Auswärtstorregel entschied) und Havelse (1:1/0:3 n.V.) viermal Remis – ohne Ertrag.Der DFB hält es selbst für nicht mehr tragbar„Der DFB erkennt den grundsätzlichen Bedarf nach einer Reform der Aufstiegsregelung auf der vierten Spielklassenebene“, ließ der Dachverband zuletzt verlauten. Bislang gibt es bei fünf Regionalligen vier Aufsteiger. Die Staffelsieger aus Südwest und West werden jedes Jahr durchgewunken, die Meister aus Nord, Bayern und Ost müssen in zwei von drei Jahren unverschuldet „nachsitzen“. In der nächsten Woche tagen die Verbandsbosse, um das Kompassmodell als viergleisige Regionalliga auszuarbeiten. Tommy Haeder von der Klub-Initiative „Aufstiegsreform“ sagt: „Ich kriege fast Wut, wenn wir über den DFB sprechen. Diejenigen, die den DFB repräsentieren, sind die Präsidenten der Regionalverbände. Also just dieselben Personen, die als Regionalverband sagen, wir wollen doch gern eine Lösung, und der DFB soll mal, sitzen dann im DFB-Präsidium am Tisch und sagen, müsst ihr euch mal als Regionalverbände einigen.“Das Los hat die Finger im SpielSiebenmal lief die Relegation nach demselben Muster: Immer gewann bisher das Team, das im Rückspiel Heimrecht hatte. Auch dafür gibt es keine sportlichen Gründe. Es entscheidet das Los, weshalb Würzburg als Meisterschaftszweiter den Vorteil hat, obwohl Lok Erster war. Leipzigs Trainer Jochen Seitz: „Das ist für den Nordosten wie verhext!“Gegner laufen zusammen SturmIn Würzburg gab es eine abgestimmte Protestaktion gegen den Bayerischen Fußballverband (BFV) mit den Worten: „BFV – Ihr redet von Fairplay und Gerechtigkeit, obwohl ihr Teil des Problems anstatt Teil der Lösung seid!“ Lok ließ gegen Halle (0:0) sogar die Spieler streiken, als sich beide Mannschaften für 30 Sekunden tatenlos gegenüberstanden. Sportdirektor Toni Wachsmuth sagte: „Es muss doch jedem auffallen, dass das keine Zukunft hat.“Es soll eine Absprache mit dem DFB geben, dass alle drei Parteien sich erst nach Austragung der Partien wieder zur Reformpolitik äußern, um sich auf die wichtigen Spiele zu konzentrieren.Der Text wurde für das Sport-Kompetenzcenter (WELT, „Bild“, „Sport Bild“) erstellt und zuerst bei „Bild“ veröffentlicht.
Leipzig – Würzburg: Das ungerechteste Spiel im deutschen Fußball - WELT
Lok Leipzig und die Würzburger Kickers spielen um den letzten verbliebenen Platz in der 3. Liga – und tragen damit eines der ungerechtesten Spiele im deutschen Fußball aus. Selbst der DFB sieht nun Reformbedarf.












