Die Szene klingt filmreif: Mit ihrer Mappe unterm Arm betrat Grit Seymour Mitte der Neunziger das New Yorker Büro von Donna Karan, um sich als Designerin zu bewerben. Zur Begrüßung reichte man ihr ein Outfit, das sie anziehen sollte. „Ich war so perplex, dass ich das auch tat“, erinnert sie sich.
Ungewöhnlich war diese Aufforderung für Seymour nicht, schließlich hatte sie jahrelang als Model gearbeitet. „Dann traute ich mich aber zu sagen, dass ich mich als Designerin und nicht als Model vorstellen wollte.“ Das Team schaute in ihre Mappe und zögerte nicht lange: „Ich sollte sofort anfangen.“ Von diesem Tag an arbeitete sie täglich bis tief in die Nacht: „Von New York habe ich nicht mehr viel gesehen.“
Coole Posen, trendige Frisuren und Mode „für die Ewigkeit gemacht.“
© Luke Abby
Seymour, heute Professorin für Modedesign und Kreativdirektion an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Berlin, erzählt Anekdoten wie diese an einem frühsommerlichen Nachmittag in ihrer Berliner Wohnung. Ihre Sprache, ihr ganzes Auftreten, passen perfekt zum Ambiente: Das geradlinige und schnörkellose Interieur in warmen Holztönen und Weiß strahlt Klarheit aus, ohne kühl zu wirken. Genau wie Seymour selbst.










