Zwölf Forschende haben monatelang an einem der entlegensten Orte der Erde auf engstem Raum gearbeitet. Was das mit ihrer psychischen Verfassung machte, könnte für Mond- und Marsmissionen relevant sein.

26.05.2026, 12.32 Uhr

Die Antarktisstation Concordia

Wenn Menschen monatelang abgeschieden in einer kleinen Gruppe leben, werden sie einsam, misstrauisch und angespannt. Darunter leiden der Zusammenhalt und die Leistungsfähigkeit. Das jedenfalls legt eine Studie nahe, in der das Verhalten eines Forschungsteams in einer Antarktisstation untersucht wurde.

»Bei längerer Isolation stärkt ständige Nähe Beziehungen nicht unbedingt, sondern kann viel mehr Spannungen, Misstrauen und psychische Belastungen verstärken«, berichten Forschende mehrerer Universitäten , darunter Zürich, Bern und Würzburg. Dies sollte man bei künftigen Weltraummissionen berücksichtigen.Das Autorenteam untersuchte zehn Monate lang die zwölfköpfige Besatzung der französisch-italienischen Antarktisstation Concordia, die an einem der entlegensten Orte der Erde auf etwa 3200 Metern Höhe liegt. Im antarktischen Winter von Mitte Februar bis Mitte November kann niemand die Station erreichen. In dieser Zeit lebte und arbeitete die Besatzung völlig abgeschieden.