Manchmal hängt ein Plagiatsvorwurf an einem einzigen Buchstaben. Im neuen Gutachten zu Mario Voigts Doktorarbeit über den US-Präsidentschaftswahlkampf von George W. Bush gegen John F. Kerry geht es nicht nur um ganze Passagen, die Thüringens Ministerpräsident aus anderen Werken übernommen haben soll. Es geht auch um kleine Fehler, falsche Namen, falsche Daten, falsche Zuschreibungen. Also um Spuren, die nach Ansicht des österreichischen Plagiatsprüfers Stefan Weber zeigen sollen: Hier wurde nicht sauber gearbeitet.

Am Mittwoch hatte Weber gemeinsam mit Björn Höcke, dem Landesvorsitzenden der AfD, ein neues Gutachten mit 125 weiteren Plagiatsstellen vorgestellt. Weber sprach von einer „grob angelegten Wissenschaftssimulation“, Höcke forderte Voigt zum Rücktritt auf und die CDU verteidigte ihren Ministerpräsidenten gegen eine, wie sie es sagt, „Schmutzkampagne“. Das Politische war damit schnell erzählt. Aber welche Fehler wirft Weber Voigt konkret vor?

Weber führt viele kleine Fehler an

Der Kommunikationswissenschaftler verweist auf identische Fehler in verschiedenen Texten. Voigt soll dabei kleine Schreibfehler anderer Autoren übernommen haben. So soll er etwa „Bethschneider“ statt „Bethscheider“ geschrieben haben. Weber kommentiert: „Der gemeinsame Zitierfehler verrät das Plagiat.“ Außerdem nennt das Gutachten die falschen Schreibweisen „Helen“ statt „Hazel“ und „Lammek“ statt „Lamnek“. Jeweils mutmaßlich fehlerhaft abgeschrieben.