Seinen Doktortitel darf Mario Voigt bereits nicht mehr führen. Doch nun legen AfD und Plagiatsprüfer Stefan Weber nach: Der österreichische Kommunikationswissenschaftler präsentierte am Mittwoch im Thüringer Landtag 125 weitere mutmaßliche Plagiatsstellen in der Dissertation des Thüringer Ministerpräsidenten. Insgesamt geht Weber inzwischen von 265 Fragmenten aus. Für AfD-Fraktionschef Björn Höcke ist das der Beleg, dass Voigts bisherige Verteidigung nicht mehr haltbar sei.
Voigt hatte die Entscheidung der TU Chemnitz im Januar als „nicht nachvollziehbar“ bezeichnet. „Der wissenschaftliche Kern meiner Arbeit ist von den Vorwürfen nicht betroffen“, erklärte der CDU-Politiker damals. Ein von der Universität selbst beauftragter Sachverständiger habe bestätigt, dass die Dissertation den wissenschaftlichen Anforderungen entspreche. Genau diese Verteidigungslinie sei Anlass für die neuen Nachprüfungen gewesen, sagten Weber und Höcke nun im Thüringer Landtag. Weber spricht inzwischen von einem „Musterplagiat“, einem „schwerwiegenden Plagiatsfall“ und einem „starken Fälschungsverdacht“ im empirischen Teil der Arbeit.
Voigt erinnere an Guttenbergs Plagiatsaffäre
Nach Darstellung Webers ziehen sich die fraglichen Stellen durch die gesamte Dissertation. Er wirft Voigt unter anderem Übersetzungsplagiate, übernommene Interviewpassagen und das Abschreiben von Fehlern aus Sekundärquellen vor. Teilweise seien falsche Angaben oder Tippfehler übernommen worden, ohne die Originalquelle zu prüfen. Zudem gebe es „Indizien für eine partielle Empirie-Fälschung“ und mindestens 100 Quellen im Literaturverzeichnis, die im eigentlichen Text nicht auftauchten. Weber sprach von einer „grob angelegten Wissenschaftssimulation“.









