PfadnavigationHomeRegionalesThüringenAfD zahlt Gutachten: Wie es um Voigts Doktortitel stehtStand: 05:08 UhrLesedauer: 3 MinutenErbitterte Kontrahenten: Thüringens Oppositionsführer und Rechtsaußen Björn Höcke (AfD) und Ministerpräsident Mario Voigt (CDU). (Archivbild) Quelle: Michael Kappeler/dpaDie AfD mit ihrem Fraktionschef Höcke zieht Voigts Dissertation zurück ins Rampenlicht. Plagiatsjäger Weber nahm die Arbeit erneut unter die Lupe. Wie es jetzt weitergeht.Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt steht seit Monaten unter Druck, weil ihm die Technische Universität Chemnitz den Doktortitel entzogen hat. Der CDU-Politiker wehrt sich gegen die Entscheidung. Das Verfahren zieht sich, zuletzt war es ruhiger um das Thema geworden. Doch nun soll es ein neues Gutachten des als Plagiatsjäger bekannten österreichischen Kommunikationswissenschaftlers Stefan Weber geben. Auftraggeber ist die Thüringer AfD-Fraktion mit ihrem Chef Björn Höcke. Die Hintergründe:Wie kam es zum Entzug der Doktorwürde von Mario Voigt?Das Thema hat eine lange Vorgeschichte, in der auch Plagiatsjäger Weber eine Rolle spielt. Mitten in der heißen Phase des Wahlkampfes, wenige Wochen vor der Landtagswahl 2024, wurden Vorwürfe bekannt, Voigt habe in seiner Doktorarbeit von 2008 über einen Präsidentschaftswahlkampf in den USA unsauber gearbeitet. Schon damals war es Weber, der Voigts Dissertation untersucht hatte, seinen Auftraggeber aber nicht preisgab. Das Ergebnis meldete Weber der TU Chemnitz im August 2024 - am 1. September wurde in Thüringen ein neuer Landtag gewählt. Voigts CDU witterte damals eine Schmutzkampagne.Die TU Chemnitz ließ sich fast eineinhalb Jahre Zeit für die Überprüfung. Ende Januar dann die einstimmige Entscheidung: Voigt wird die Doktorwürde entzogen.Ist diese Entscheidung endgültig?Nein, noch nicht. Mario Voigt und seine Anwälte haben Widerspruch gegen die Entscheidung der Uni eingelegt, die Frist dafür hatte einen Monat betragen. Dieses Widerspruchsverfahren scheint langwierig zu sein: Voigts Anwalt sagte auf Nachfrage der dpa, dass die Widerspruchsbegründung in Arbeit sei und «demnächst eingereicht» werde. Nach früheren Angaben hatte er zuvor Akteneinsicht beantragt.Warum schaltet sich jetzt die AfD-Fraktion ein?AfD-Fraktionsvize Daniel Haseloff sagte vergangene Woche, es gehe seiner Fraktion um den Inhalt der beanstandeten Dissertation von Voigt, darum, «wie der Ministerpräsident tickt» sowie dessen «charakterliche Züge». Die Thüringer AfD stellt die größte Oppositionsfraktion im Thüringer Landtag. Sie bezahlte Weber für das Gutachten, wie Haseloff neulich sagte. CDU-Fraktionschef Andreas Bühl fand das Agieren der AfD bezeichnend. Möglicherweise werde nun klar, «wer der Initiator der Vorwürfe» gegen Voigt sein könnte, so Bühl vergangene Woche. Er sprach von einer Schmutzkampagne während eines laufenden rechtsstaatlichen Verfahrens.Wie geht es weiter?Die TU Chemnitz entscheidet über den Widerspruch. Zuständig ist nach Angaben der TU der Fakultätsrat der Philosophischen Fakultät. «Im Fall einer ablehnenden Entscheidung im Widerspruchsverfahren kann eine Klage vor dem zuständigen Verwaltungsgericht zu erheben», schreibt die TU auf Anfrage. Bis dort eine Entscheidung fällt, könnten erneut Monate verstreichen. Die Universität machte keine weiteren Angaben zum derzeitigen Stand des Verfahrens - wegen «der strikten Vertraulichkeit in Prüfungsangelegenheiten».Welche Auswirkungen hat das neue Gutachten?Die AfD-Fraktion will das Gutachten in einer Pressekonferenz mit ihrem Vorsitzenden Höcke vorstellen. Auch Weber reist nach Erfurt an. Damit zieht die Oppositionsfraktion Voigts Doktorarbeit wieder in die Öffentlichkeit, nachdem das Interesse etwas nachgelassen hatte.dpa-infocom GmbH
AfD zahlt Gutachten: Wie es um Voigts Doktortitel steht - WELT
Die AfD mit ihrem Fraktionschef Höcke zieht Voigts Dissertation zurück ins Rampenlicht. Plagiatsjäger Weber nahm die Arbeit erneut unter die Lupe. Wie es jetzt weitergeht.










