Gewerkschaften haben beim südkoreanischen Technologiekonzern Samsung Electronics ab Donnerstag zu Streiks aufgerufen. Die Arbeitnehmervertreter kündigten am Mittwoch Arbeitskampfmaßnahmen bis zum 7. Juni an, Verhandlungen mit der Geschäftsführung seien gescheitert. Wenig später teilte die Geschäftsführung mit, dass am Mittwoch noch weiter verhandelt werde. Die Gewerkschaften gehen von potenziell 50.500 Streikteilnehmern aus, was massive wirtschaftliche Folgen für das ganze Land hätte.Ausgangspunkt der Auseinandersetzung war die Frage nach der Verteilung der massiven Gewinne der südkoreanischen Tech-Branche im Zuge des KI-Booms. Samsung profitiert von der stark gestiegenen Nachfrage nach Computerchips. Die Gewerkschaften fordern nun 7 Prozent mehr Lohn und höhere Zusatzzahlungen. Auch prangern sie die großen Unterschiede zwischen den Mitarbeitern der Chip-Sparte, die großzügige Prämien erhalten, und denen anderer Abteilungen an.Streiks sind in Südkorea allgemein eine Seltenheit, und Samsung galt lange als besonders gewerkschaftsfeindlich. Der Gründer Lee Byung Chul hatte geschworen, Gewerkschaften nicht zuzulassen, „bis ich Erde über meinen Augen habe“. Er starb 1987. Die erste Gewerkschaft bei Samsung Electronics wurde Ende der 2010er-Jahre gegründet.