Beim südkoreanischen Technologiekonzern Samsung droht in der kommenden Woche der größte Streik der Unternehmensgeschichte. Die Gewerkschaft hat einen 18-tägigen Ausstand angekündigt, der ursprünglich am Donnerstag beginnen sollte. Mehr als 45 000 Beschäftigte sind aufgerufen, sich zu beteiligen. Allerdings gibt es, wie am Wochenende bekannt wurde, offenbar noch eine Möglichkeit, den Streik abzuwenden. Am Montag treffen sich die Unternehmensspitze und Arbeitnehmervertreter erneut.Im Zentrum des Konflikts steht die Verteilung der Gewinne aus dem Boom bei künstlicher Intelligenz, von dem Samsung – der weltweit größte Anbieter von Speicherchips – stark profitiert. Weil die Geschäfte so gut laufen, hat der Konzern in den ersten drei Monaten des Jahres seinen Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf umgerechnet 33 Milliarden Euro verachtfacht. Die Gewerkschaft will eine Gehaltserhöhung um sieben Prozent und eine Gewinnbeteiligung für die Beschäftigten von 15 Prozent durchsetzen.Ein Streik würde nicht nur das Unternehmen Milliarden kosten, sondern auch die globalen Lieferketten in der Halbleiterbranche beeinträchtigen. Auch Südkoreas Wirtschaft würde in Mitleidenschaft gezogen. Premierminister Kim Min-seok appellierte an die Streitparteien, die Verhandlungen am Montag seien „die letzte Chance“. Gelinge eine Einigung nicht, sei der Schaden „unvorstellbar“.Kurz vor Bekanntgabe der neuen Gesprächsrunde hatte sich der Vorsitzende von ‌Samsung Electronics, Jay Y. Lee, erstmals öffentlich zu dem ‌Streit geäußert. „Ich entschuldige mich aufrichtig bei den Kunden in aller Welt dafür, dass ich durch die Probleme in unserem Unternehmen für Unruhe und Besorgnis gesorgt habe“, sagte Lee. Zu Samsungs Kunden gehören Großkonzerne wie Nvidia, AMD und Google.