KI boomt – davon profitiert auch Samsung. Doch wie sollen die dadurch erzielten Rekordgewinne fair aufgeteilt werden? Bei dem südkoreanischen Elektronikkonzern ist ein heftiger Streit darüber entbrannt. Rund 48.000 gewerkschaftlich organisierte Mitarbeitende haben nun einen 18-tägigen Generalstreik angedroht. Der für Donnerstag geplante Ausstand wäre der mit Abstand größte in der Konzerngeschichte.
Der zentrale Streitpunkt ist die Höhe der Jahresboni für die Samsung-Mitarbeiter in der Halbleiter-Abteilung. Die Gewerkschaft fordert, dass 15 Prozent des jährlichen Betriebsgewinns des Unternehmens als Boni ausgeschüttet werden – und zwar dauerhaft. Derzeit sind die Boni der Mitarbeiter auf 50 Prozent des Grundgehalts begrenzt.Aufgrund der historisch hohen Profite handelt es sich um enorme Summen. Basierend auf einem prognostizierten Gewinn von etwa 300 Billionen Won für das Jahr 2026 (umgerechnet etwa 171 Milliarden Euro) würden die Gewerkschaftsforderungen einem durchschnittlichen Jahresbonus in Höhe von rund 350.000 Euro pro Mitarbeiter entsprechen. Die Summen würden allerdings nur an die Belegschaft der Halbleiter-Sparte fließen.
Warum eskaliert der Konflikt gerade jetzt?Hintergrund ist, dass Samsung Electronics im ersten Jahresquartal dank des anhaltenden KI-Booms den höchsten Gewinn seit Unternehmensgründung erzielt hat. Der Betriebsgewinn für den Zeitraum Januar bis März beträgt 57,2 Billionen Won (umgerechnet knapp 33 Milliarden Euro) – in etwa das Achtfache des Vorjahreszeitraums. Dementsprechend sind die Summen, um die es bei der Verteilungsfrage geht, deutlich höher als zuvor.










