Vor dem geplanten Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz bei der SPD-Bundestagsfraktion fordert deren Außenexperte Adis Ahmetovic, dass der CDU-Politiker sich dabei auch einsichtig zeigt. „Ich erwarte Demut und Klarheit“, sagte Ahmetovic dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).Der Bundeskanzler müsse glaubwürdig aufzeigen, „was er künftig besser machen will – insbesondere in seiner Kommunikation“. Zudem müsse Merz Klarheit schaffen, „indem er eine positive Zukunftsvision formuliert, die Orientierung gibt und Parlament wie Bevölkerung mitnimmt. Das muss jetzt klappen“, sagte Ahmetovic.Indes hat Bundeskanzler Friedrich Merz angekündigt, genau das tun zu wollen. Auf einer Pressekonferenz nach einem Treffen mit dem Schweizer Präsidenten Guy Parmelin in Berlin sagte er: „Ich werde den Kolleginnen und Kollegen der SPD-Bundestagsfraktion heute Nachmittag auch noch einmal sagen, was der Zweck dieser Koalition ist, wo wir gemeinsam hinwollen.“ Er sehe seinen Besuch in der SPD-Bundestagsfraktion als „Zeichen der guten Zusammenarbeit und des festen Willens, die Koalition auch zum gemeinsamen Erfolg“ zu führen, sagte Merz.In der Diskussion mit den Abgeordneten des Koalitionspartners werde es auch darum gehen, was Union und SPD in den nächsten Wochen gemeinsam auf den Weg bringen wollten, sagte der CDU-Vorsitzende mit Blick auf das geplante Reformpaket, das am 30. Juni in einer Sitzung des Koalitionsausschusses beschlossen werden soll.Merz war zuletzt vor seiner Wahl zum Bundeskanzler vor gut einem Jahr in der SPD-Fraktion. Sein jetziger Besuch war eigentlich für die Fraktionssitzung am 5. Mai, unmittelbar vor dem ersten Jahrestag der Regierung, geplant. Wegen der gleichzeitigen Wiederwahl von Jens Spahn als Unionsfraktionschef wurde der Auftritt aber auf den heutigen Tag verschoben. (dpa)