PfadnavigationHomePanoramaAtlantikWHO bestätigt sechs Hantavirus-Fälle nach Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff „Hondius“Veröffentlicht am 09.05.2026Lesedauer: 3 MinutenNach dem Ausbruch des Hantavirus auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ wächst auf Teneriffa die Sorge. Fünf Infizierte, drei Tote und Proteste begleiten die Ankunft.Die WHO hat nach dem Ausbruch auf der „Hondius“ sechs bestätigte Hantavirus-Fälle gemeldet. Ursache ist der Andes-Virusstamm, der auch von Mensch zu Mensch übertragbar ist.Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf einem niederländischen Kreuzfahrtschiff im Atlantik mit drei Toten hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in sechs von acht Verdachtsfällen eine Infektionen mit dem Virus bestätigt. „Bis zum 8. Mai wurden insgesamt acht Fälle gemeldet, darunter drei Todesfälle“, erklärte die WHO am Freitag. „Sechs Fälle wurden im Labor als Hantavirus-Infektionen bestätigt“, hieß es weiter.Alle sechs Infektionen seien auf den in Südamerika verbreiteten Andes-Virusstamm zurückzuführen, welcher von Mensch zu Mensch übertragbar ist, teilte die WHO mit. In den zwei weiteren Verdachtsfällen sei eine Infektion „wahrscheinlich“, hieß es.Nach Angaben der UN-Gesundheitsorganisation befinden sich derzeit vier Menschen im Krankenhaus, „einer auf der Intensivstation in Johannesburg in Südafrika, zwei in verschiedenen Krankenhäusern in den Niederlanden und ein weiterer in Zürich in der Schweiz“, hieß es. Die im Krankenhaus in Düsseldorf behandelte Frau sei negativ auf das Virus getestet worden und zähle „daher nicht mehr als Fall“.Lesen Sie auchDie WHO stufe das Risiko für die Allgemeinbevölkerung als gering ein „und wird die epidemiologische Lage weiterhin beobachten und die Risikoeinschätzung laufend aktualisieren“, hieß es in der Erklärung. „Das Risiko für die Passagiere und Besatzung auf dem Schiff wird als mäßig eingestuft“, fügte die UN-Gesundheitsorganisation hinzu. Der Kreuzfahrtveranstalter Oceanwide Expeditions teilte indes mit, dass keiner der rund 150 Menschen an Bord Symptome habe.Virologe Streeck macht sich keine Sorgen wegen HantavirusDer Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff bereitet dem Virologen Hendrik Streeck keine Sorgen. „Da wird keine zweite Pandemie ausbrechen“, sagte Streeck der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Berlin. „Der Ausbruch wurde auf einem Kreuzfahrtschiff erkannt. Das ist ein begrenztes Umfeld, in dem Kontakte besser nachvollzogen werden können als in einer offenen Bevölkerung“, so Streeck weiter.Lesen Sie auchDer Ausbruch sei dennoch ungewöhnlich, da Hantaviren normalerweise nicht von Mensch zu Mensch übertragen würden. „Die klassische Ansteckung erfolgt über Staub oder Partikel aus Kot, Urin oder Speichel infizierter Nagetiere“, so der CDU-Bundestagsabgeordnete und Drogenbeauftragte der Regierung. Beim Subtyp Andenvirus seien Mensch-zu-Mensch-Übertragungen aber bereits beschrieben worden.Entscheidend sei nun, Betroffene schnell zu identifizieren, Symptome zu überwachen, Kontaktpersonen nachzuverfolgen und mögliche Übertragungswege sauber aufzuklären. „Positiv ist doch, dass wir jetzt über dieses Virus mal sprechen! Hantaviren sind auch in Deutschland heimisch. Wer etwa seine Garage aufräumt und Staub aufwirbelt, sollte vorsichtig sein und vielleicht einen Mundschutz tragen, um ein Einatmen der Erreger zu vermeiden“, sagte Streeck.Infolge des Hantavirus-Ausbruchs auf der „Hondius“ waren drei Menschen gestorben, darunter auch eine Deutsche. Am Donnerstag hatte die WHO von fünf bestätigten Infektions- und drei Verdachtsfällen gesprochen. Das Schiff wird voraussichtlich am Sonntag Teneriffa erreichen.AFP/kna/ceb