PfadnavigationHomePanorama„Hondius“Hantavirus auf Kreuzfahrtschiff – Zwei Erkrankte und Kontaktperson evakuiertVeröffentlicht am 06.05.2026Lesedauer: 4 MinutenSpanien hat dem von Hantavirus-Fällen betroffenen Kreuzfahrtschiff „Hondius“ das Anlaufen eines Hafens auf den Kanarischen Inseln erlaubt.Nach dem Hantavirus-Ausbruch soll die „Hondius“ in wenigen Tagen bei den Kanarischen Inseln ankommen – doch die dortige Regierung will das Kreuzfahrtschiff nicht einlaufen lassen. Derweil läuft die Evakuierung.Nach dem tödlichen Hantavirus-Ausbruch auf einem niederländischen Kreuzfahrtschiff vor Kap Verde sind zwei erkrankte Besatzungsmitglieder und eine Kontaktperson von Bord geholt worden. Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, erklärte am Mittwoch, die drei Betroffenen seien nun auf dem Weg in die Niederlande. „Bild“ meldet unter Berufung auf das niederländische Außenministerium, dass es sich bei den Patienten um einen Briten (56), einen Niederländer (41) und eine Deutsche (65) handelt. Bei Labortests in Südafrika und der Schweiz wurde unterdessen eine Übertragung von Mensch zu Mensch bestätigt.Die „Hondius“ liegt seit Sonntag mit rund 150 Menschen an Bord vor Kap Verde vor der Westküste Afrikas vor Anker, nachdem zuvor das Virus an Bord festgestellt worden war. Drei Menschen, darunter eine Deutsche, starben bisher an den Folgen. Bei der Deutschen handelt es sich laut einem Bericht der Mediengruppe Bayern um eine 78-jährige Frau aus Passau.Der Gesundheitszustand der drei Betroffenen sei „stabil“, Symptome hätten bisher nur zwei von ihnen, sagte Lindstrand der Nachrichtenagentur AFP. Wie ein Sprecher der Düsseldorfer Feuerwehr AFP bestätigte, sollte die Kontaktperson am Flughafen Amsterdam von der Feuerwehr abgeholt und am Abend zur Düsseldorfer Universitätsklinik gebracht werden.Der Nachrichtenagentur AP liegen Aufnahmen vor, die die menschenleeren Decks und Aufenthaltsbereiche des Schiffes zeigen sollen. Zudem hätten medizinische Teams Schutzausrüstung an. Panik herrsche an Bord aber nicht.Mit an Bord ist auch Helene Goessaert (61). Sie sagte dem belgischen Sender VRT: Man rechne bei einer Reise nicht damit, „dass einer der Mitreisenden es nicht schaffen wird“. Alle an Bord kennen die Risiken, „deshalb hält jeder Abstand“. Nach WHO-Angaben wurden Passagiere und Besatzung „mit maximaler räumlicher Distanz“ in ihren Kabinen isoliert.Lesen Sie auchNach Abschluss der Evakuierungsaktion sollte das Kreuzfahrtschiff die Kapverden verlassen. Nach Angaben von Oceanwide Expeditions soll die „Hondius“ Kurs auf die Kanaren nehmen und entweder Teneriffa oder Gran Canaria ansteuern. Der Präsident der Kanarischen Inseln, Fernando Clavijo, hingegen kritisierte die Entscheidung des spanischen Gesundheitsministeriums. „Ich kann nicht zulassen, dass das Schiff auf den Kanaren einläuft“, sagte Clavijo dem Radiosender Onda Cero. Zur Begründung erklärte der Regionalpräsident, den Behörden auf den Kanaren seien bislang nicht genügend Informationen übermittelt worden. Clavijo, der sich derzeit in Brüssel aufhält, kündigte an, er wolle Ministerpräsident Pedro Sánchez in Madrid so schnell wie möglich treffen, um die Angelegenheit zu besprechen.Der erste Passagier starb am 11. AprilHantaviren werden üblicherweise über die Ausscheidungen von Nagetieren übertragen und lösen meist schwere Atemwegserkrankungen aus. In seltenen Fällen ist auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich, allerdings nur bei dem in Südamerika verbreiteten Andes-Virusstamm. Die „Hondius“ hatte ihre Reise am 1. April in Ushuaia in Argentinien begonnen.Ein erster Passagier aus den Niederlanden war nach Angaben von Oceanwide Expeditions am 11. April an Bord gestorben. Seine Frau ging am 24. April auf der Insel St. Helena im Südatlantik von Bord, flog nach Johannesburg und starb dort am 26. April in einem Krankenhaus.Die WHO und Südafrikas Behörden versuchen nun, die 82 Passagiere und sechs Crewmitglieder ausfindig zu machen, die mit der Frau in der Maschine der südafrikanischen Fluggesellschaft Airlink gewesen waren.Zwei weitere Passagiere, die ausgeflogen wurden, werden derzeit in Johannesburg und Zürich behandelt. Wie Südafrikas Gesundheitsminister Aaron Motsoaledi am Mittwoch bekanntgab, wurde bei dem Patienten in Johannesburg der von Mensch zu Mensch übertragbare Andes-Virusstamm nachgewiesen. Auch beim Andes-Virus komme eine Übertragung aber „nur bei sehr engem Kontakt zwischen Menschen“ vor, sagte Motsoaledi.Wie das Schweizer Referenzlabor für neu auftretende Virusinfektionen an der Universitätsklinik in Genf mitteilte, wurde auch bei den Tests in der Schweiz das Andes-Virus nachgewiesen.Nach Angaben der WHO waren anfangs 88 Passagiere und 59 Besatzungsmitglieder an Bord der „Hondius“. Sie geht bisher von drei Infektions- und fünf Verdachtsfällen aus. WHO-Chef Tedros betonte, die Gesundheitsgefahr für die Allgemeinbevölkerung sei „weiterhin niedrig“.Reuters/AP/AFP/jm/ll