PfadnavigationHomeICONISTEssen & TrinkenRezeptSchnell gebacken, schnell verspeist - Kekse nach Omas GeheimrezeptVeröffentlicht am 22.12.2025Lesedauer: 3 MinutenRosmarin-Mandel-RautenQuelle: Manuel KrugDie Großmutter stammte aus einer Gärtnerfamilie - Ehrensache, dass bei ihr etwas Grün ins Gebäck kam. Das Resultat: Unvergleichlich. Nur unserer Autorin hat sie das Rezept vermacht.Die Großmutter meines Mannes fing meistens schon Ende November an, das Plätzchenbacken generalstabsmäßig zu planen. Kiloweise wurden Butter, Mehl und noch viel mehr in ihrer Wohnung gelagert. Denn jeder in der Familie – egal wie alt – sollte an Heiligabend von ihr eine riesige Keksdose bekommen, beschriftet mit seinem Namen.Es gab darin Kulleraugen mit Himbeerfüllung, Vanillekipferl oder Schwarz-Weiß-Kekse mit Kakao oder Schokolade. Eine Sorte Gebäck jedoch war besonders: Rosmarinplätzchen mit Mandeln. Bis ich in die Keksdose meines Mannes greifen durfte, hatte ich solche Plätzchen noch nie zuvor gegessen. Sie waren so lecker, an Silvester waren sie meist längst alle weg.Niemand in der Familie konnte mir sagen, wie lange die Oma die Familie schon an Weihnachten mit Plätzchen versorgte. Das war immer so, hieß es achselzuckend. Niemand sonst wage sich ans Backblech, denn niemand sonst könne so gut backen. Und das, obwohl die Oma selbst kaum Süßes aß. Aber sie stammte eben aus einer alten Gärtner-und-Bauern-Familie im Bergischen Land. Fast 270 Jahre lang bewirtschaftete ihre Verwandtschaft einen großen Hof. Oft hatte sie gescherzt, dass sie mit dem halben Ort verwandt sei, in dem sie ihr ganzes Leben lang lebte. Viele aus dem Ort machten ihr im Advent ihre Aufwartung – das Haus war also immer voll. In der Küche musste es dann schnell gehen mit den Plätzchen, wenn sich Besuch angekündigt hatte, mit Zutaten am liebsten aus dem Garten – und natürlich Berge davon. Rezepte, auf die all diese Voraussetzungen zutrafen, sammelte die Oma.Lesen Sie auchNoch mit 90 stand sie in ihrer Küche und backte tapfer weiter, um all ihre Dosen für uns an Heiligabend füllen zu können. Mit ihrer Gesundheit stand es schon damals nicht zum Besten. Wenn wir sie baten, sich zu schonen, antwortete sie: Nur noch einmal wolle sie mit uns Weihnachten feiern, alle noch einmal sehen. So lange wolle sie noch durchhalten. Ihr Wunsch ging in Erfüllung. Keine vier Wochen nach Heiligabend ist sie dann gestorben. Wir hatten tatsächlich die letzten Dosen mit Plätzchen von ihr bekommen.Ihr Rezept für die Rosmarinplätzchen hat die Oma mir hinterlassen. Ich bin die Einzige in der Familie, die es kennt: ein kleiner weißer Zettel mit Teigresten an den Rändern, darauf ein paar krakelige Zeilen, kaum zu entziffern. Es fehlten Temperaturanzeigen und Backzeit, es dauerte deshalb einige Bleche, bis ich die fehlenden Angaben herausexperimentiert hatte. An Weihnachten schenke ich nun der Familie die Rosmarinplätzchen, zwar nicht mehr in riesigen Dosen, aber trotzdem irgendwie zusammen mit der Oma. Und an Silvester ist meistens kaum noch eines da.Zutaten250 Gramm Butter250 Gramm Zucker4 Eier, 200 Gramm Mehl100 Gramm gehobelte Mandeln 5 Zweige Rosmarin (klein geschnitten) Zucker und Butter zum BestreuenLesen Sie auchZubereitungButter schaumig schlagen. Zucker einrieseln lassen. Eier und Mehl einrühren. Den Teig auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech dünn ausstreichen. Für den Belag Mandeln mit Rosmarin vermischen und auf dem Teig gleichmäßig verteilen. Auch an den Rändern!Am besten schmecken die Plätzchen mit frischem Rosmarin – es geht aber auch getrockneter, er sollte dann nicht gemahlen, sondern in kleine Stücke geschnitten sein. Auf den Belag vor dem Backen maximal ein EL Zucker streuen und dazu kleine Butterflöckchen verteilen (zwischen neun und zwölf Stück).Anschließend circa 20 Minuten bei 180 Grad Umluft auf mittlerer Stufe backen. Vorsicht, er wird an den Rändern schnell braun, deshalb lieber früher gucken. Zum Schluss in kleine Rauten schneiden. Die Plätzchen schmecken am besten, wenn sie einige Zeit getrocknet sind.
Rezept Mandelplätzchen: Schnell gebacken, schnell verspeist - Kekse nach Omas Geheimrezept - WELT
Die Großmutter stammte aus einer Gärtnerfamilie - Ehrensache, dass bei ihr etwas Grün ins Gebäck kam. Das Resultat: Unvergleichlich. Nur unserer Autorin hat sie das Rezept vermacht.






