Außerdem klären wir in dieser Folge den Mythos, ob es stimmt, dass Männer öfter farbenblind sind als Frauen. Hier können Sie die Folge direkt hören: Abonnieren Sie den Podcast unter anderem bei Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music oder direkt per RSS-Feed.Hier bekommen Sie schon einen kurzen Einblick in den Inhalt der Folge:Ständig unter Strom, keine Ruhe, der Körper immer auf „Alarm“ – so fühlen sich viele, wenn Stress zur Routine wird. Das Nervensystem gerät aus der Balance. In einigen Städten gibt es dafür mittlerweile ganze Kurse mit Namen wie „Nervous System Regulation“. Sie versprechen, durch Atmung, Bewegung oder sanftes Schütteln das innere Gleichgewicht wiederzufinden. Doch was heißt es eigentlich, das Nervensystem zu regulieren? Und kann man das wirklich lernen?In der neuen Folge von „Aha! Zehn Minuten Alltagswissen“ geht es um die Frage, wie unser vegetatives Nervensystem arbeitet, was Dauerstress mit ihm macht – und wie wir lernen können, den Körper gezielt zu beruhigen. Zu Gast ist Psychoneuroimmunologin Prof. Dr. Eva Peters vom Universitätsklinikum Gießen. Sie erforscht, wie Psyche, Nerven- und Immunsystem ineinandergreifen – und was passiert, wenn dieses Zusammenspiel aus der Balance gerät.Wie das vegetative Nervensystem funktioniertDas vegetative Nervensystem steuert alle lebenswichtigen Funktionen, die automatisch ablaufen: Herzschlag, Atmung, Verdauung oder Blutdruck. Es ist unser innerer Autopilot – und reagiert besonders sensibel auf Stress. Kurzzeitige Aktivierung ist völlig normal, sie bereitet den Körper auf Leistung vor. Kritisch wird es, wenn die Anspannung nicht mehr nachlässt. Dann bleibt der Körper im ständigen Alarmmodus, und das System verliert seine Flexibilität.Zwei Bereiche sind dabei besonders wichtig: Sympathikus und Parasympathikus. Während der Sympathikus Energie mobilisiert und den Körper auf „Kampf oder Flucht“ einstellt, sorgt der Parasympathikus für Erholung und Regeneration. „Der Parasympathikus ist der Grundtakt unseres Körpers“, erklärt Peters – er hält uns in Balance, solange Stressphasen nicht überhandnehmen.Wenn Stress krank machtStress ist zunächst eine gesunde Reaktion: Er hilft, Herausforderungen zu bewältigen, Energie zu mobilisieren und wach zu bleiben. Problematisch wird es, wenn er dauerhaft anhält. Dann bleibt der Sympathikus aktiv, das Immunsystem gerät aus dem Gleichgewicht, und der Körper reagiert überempfindlich auf Reize. Die Folge: Schlafprobleme, Erschöpfung, Entzündungen – und das Gefühl, nie richtig zur Ruhe zu kommen.Peters beschreibt, dass bei anhaltendem Stress das Nervensystem „steif“ wird: Es reagiert nicht mehr flexibel auf neue Reize, sondern verharrt in Alarmbereitschaft. So entsteht eine Dysregulation – der Körper hat verlernt, zwischen Anspannung und Entspannung zu wechseln.Wie man den Körper wieder in Balance bringtDie gute Nachricht: Man kann lernen, die eigene Stressreaktion zu beeinflussen. Regelmäßige Atemübungen, sanfte Bewegung oder Selbstberührung helfen dem Körper, den Parasympathikus zu aktivieren. Besonders die bewusste Atmung gilt als Schlüssel, weil sie direkt mit dem Nervensystem verbunden ist und über den Vagusnerv die Entspannung fördert.Auch einfache Rituale – etwa Klopfübungen oder Achtsamkeitspausen – können helfen, Stress zu reduzieren. Entscheidend ist die Wiederholung: Nur wer regelmäßig übt, trainiert die Fähigkeit des Körpers, flexibel auf Belastung zu reagieren. Entspannung, sagt Peters, ist keine spontane Reaktion – sondern eine Fähigkeit, die wir immer wieder einüben müssen.Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von KI aus dem Transkript unseres Wissenschaftspodcasts erstellt.„Aha! Zehn Minuten Alltagswissen“ ist der Wissenschafts-Podcast von WELT. Darin klären wir, was es mit weitverbreiteten Mythen auf sich hat. Und welche Sie davon wirklich glauben können. Lindert ein Konterbier den Kater? Und härtet kaltes Duschen ab? Was stimmt wirklich – und was nicht? Wir gehen außerdem psychologischen Phänomenen auf den Grund: Der Angst, etwas zu verpassen zum Beispiel. Oder der Frage: Warum wir im Schlaf reden? Um all diese Fragen zu beantworten, sprechen wir mit Expertinnen und Experten, die uns helfen, die Welt noch besser zu verstehen. Faktenbasiert und auf dem aktuellen Stand der Forschung – und das alles in nur zehn Minuten. „Aha! Zehn Minuten Alltags-Wissen“ erscheint immer dienstags, mittwochs und donnerstags ab 5 Uhr. Wir freuen uns über Feedback an wissen@welt.de.
Sympathikus vs. Parasympathikus: Was passiert, wenn mein Nervensystem überlastet ist? - Podcast - WELT
Unser Nervensystem hält uns mit dem Gegenspiel von Sympathikus und Parasympathikus im Gleichgewicht – bis Dauerstress es aus der Bahn wirft. Eine Psychoneuroimmunologin erklärt, wie unser Nervensystem arbeitet – und was hilft, um ein überlastetes System zu beruhigen.






