PfadnavigationHomePodcastsAha!Wissenschafts-PodcastWie das Immunsystem uns schützt – und warum es manchmal versagtVeröffentlicht am 09.12.2025Lesedauer: 3 MinutenQuelle: picture alliance/Shotshop/SpectraUnser Immunsystem ist weit mehr als nur ein Schutzschild gegen Viren und Bakterien. Es bewahrt den Körper vor innerem Ungleichgewicht – und kann gleichzeitig zur Gefahr werden. Wie erkennt das Immunsystem Freund oder Feind, und wie können neue Therapien gegen Autoimmunkrankheiten helfen?In dieser Folge geht es um zentrale und periphere Immuntoleranz, die Rolle regulatorischer T-Zellen und darum, wie neue Therapien helfen könnten, das Immunsystem gezielt zu steuern.Hier können Sie die Folge direkt hören:Abonnieren Sie den Podcast unter anderem bei Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music oder direkt per RSS-Feed.Hier bekommen Sie schon einen kurzen Einblick in den Inhalt der Folge:In der aktuellen Folge von „Aha! Zehn Minuten Alltagswissen“ geht es um die Frage, wie unser Immunsystem funktioniert – und was passiert, wenn seine Kontrollmechanismen versagen.Prof. Dr. Hans-Dieter Volk, Senior Professor am Institut für Medizinische Immunologie an der Charite Berlin und Gründungsdirektor des Berliner Centrums für regenerative Therapien, erklärt, dass das Immunsystem neben dem Gehirn das komplexeste System im menschlichen Körper ist. Es schützt nicht nur vor Krankheitserregern, sondern ist essenziell für Wundheilung, Gewebeerneuerung und die Entfernung alter Zellen. Insgesamt machen Immunzellen rund vier Prozent der Körperzellen aus – darunter Lymphozyten und Fresszellen.Gefahr oder harmlos? Wie das Immunsystem entscheidetFrüher ging man davon aus, dass Immunzellen lediglich zwischen „fremd“ und „selbst“ unterscheiden. Heute weiß man: Erst das Zusammenspiel aus Fremderkennung und der Einschätzung eines potenziellen Schadens – der sogenannten Gefahrentheorie – entscheidet über eine Immunreaktion.Dafür nehmen spezialisierte Zellen körperfremde Moleküle auf, präsentieren sie im Lymphsystem und aktivieren gezielt T-Lymphozyten, wenn eine Bedrohung vorliegt. Die Immunantwort dauert im Erstkontakt etwa eine Woche. Danach bleiben Gedächtniszellen im Körper, die beim nächsten Kontakt schneller reagieren – eine der Grundlagen moderner Impfungen.Wenn das Immunsystem überreagiertDamit Immunzellen nicht körpereigene Strukturen angreifen, greifen zwei Kontrollsysteme: die zentrale Toleranz im Thymus und die periphere Toleranz im restlichen Körper. Entscheidend sind dabei regulatorische T-Zellen. Sie dämpfen übermäßige Reaktionen und helfen, nach einer Infektion zur Immunruhe zurückzukehren.Ein Versagen dieser Toleranzmechanismen kann Autoimmunerkrankungen wie Typ-1-Diabetes, Multiple Sklerose oder Rheuma zur Folge haben. Auch Tumorzellen nutzen die Immunregulation für sich, indem sie sich in ein toleranzförderndes Mikromilieu hüllen und so der Immunabwehr entgehen.Gerade regulatorische T-Zellen stehen deshalb im Fokus aktueller Therapieforschung. In klinischen Studien gelingt es bereits, diese Zellen gezielt zu aktivieren oder als „lebende Medikamente“ zurück in den Körper zu geben. Ziel ist nicht nur die Behandlung, sondern die langfristige Reprogrammierung des Immunsystems – etwa nach Organtransplantationen oder bei Autoimmunerkrankungen.Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von KI aus dem Transkript unseres Wissenschaftspodcasts erstellt.„Aha! Zehn Minuten Alltagswissen“ ist der Wissenschafts-Podcast von WELT. Darin klären wir, was es mit weitverbreiteten Mythen auf sich hat. Und welche Sie davon wirklich glauben können. Lindert ein Konterbier den Kater? Und härtet kaltes Duschen ab? Was stimmt wirklich – und was nicht? Wir gehen außerdem psychologischen Phänomenen auf den Grund: Der Angst, etwas zu verpassen zum Beispiel. Oder der Frage: Warum wir im Schlaf reden? Um all diese Fragen zu beantworten, sprechen wir mit Expertinnen und Experten, die uns helfen, die Welt noch besser zu verstehen. Faktenbasiert und auf dem aktuellen Stand der Forschung – und das alles in nur zehn Minuten. „Aha! Zehn Minuten Alltags-Wissen“ erscheint immer dienstags, mittwochs und donnerstags ab 5 Uhr. Wir freuen uns über Feedback an wissen@welt.de.