PfadnavigationHomePodcastsAha!Wissenschafts-PodcastMisophonie – wenn der Alltag in den Ohren schmerztVeröffentlicht am 21.10.2025Lesedauer: 3 MinutenFür Misophoniker werden harmlose Geräusche wie Schmatzen oder Schlucken zur Belastung. Was wir genau unter Misophonie verstehen, was die Geräuschüberempfindlichkeit auslöst und was Betroffene dagegen tun können, erklärt ein Wahrnehmungsforscher.Außerdem geht es in der Folge um die Frage, warum Männer häufig mit einer „Morgenlatte“ aufwachen.Abonnieren Sie den Podcast unter anderem bei Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music oder direkt per RSS-Feed.Hier bekommen Sie schon einen kurzen Einblick in den Inhalt der Folge:Kaum jemand mag lautes Schmatzen oder ständiges Räuspern – doch für manche Menschen sind solche Alltagsgeräusche kaum auszuhalten. Bei ihnen lösen Kauen, Atmen oder Klackern keine bloße Genervtheit aus, sondern Wut, Ekel oder sogar körperliche Stressreaktionen. Misophonie heißt diese selektive Geräuschempfindlichkeit gegenüber alltäglichen Geräuschen.In der aktuellen Folge von „Aha! Zehn Minuten Alltagswissen“ erklärt der Bamberger Wahrnehmungsforscher Claus-Christian Carbon, was hinter Misophonie steckt und ob man etwas dagegen tun kann. Wenn Alltagsgeräusche zur Belastung werdenMisophonie bedeutet übersetzt „Hass auf Geräusche“. Betroffene reagieren auf bestimmte Töne oder Geräusche mit starken emotionalen und körperlichen Reaktionen – etwa Herzrasen, Anspannung oder Fluchtimpuls. Häufig sind es gerade ganz normale Geräusche wie Schmatzen, Schlucken oder Atmen, die den Stress auslösen.Im Gehirn lassen sich solche Reaktionen tatsächlich nachweisen: Die Hörverarbeitung ist enger mit Arealen wie der Amygdala und der Insula verknüpft, die für Angst und Abwehr zuständig sind. Dadurch werden harmlose Geräusche als Bedrohung interpretiert – das Gehirn schlägt Alarm, bevor der Verstand eingreifen kann.Warum Misophonie entstehtDie Ursachen sind vielfältig. In manchen Fällen spielt eine genetische oder neurologische Veranlagung eine Rolle, in anderen kann ein negatives Erlebnis ein bestimmtes Geräusch dauerhaft mit Stress verknüpfen. Besonders häufig tritt Misophonie im Jugendalter auf, wenn das Gehirn ohnehin sensibel auf Reize reagiert.Die Forschung geht davon aus, dass sich die Verbindungen im Gehirn mit der Zeit verfestigen können – die „Brainware“, wie Carbon es nennt, bleibt plastisch, verändert sich aber durch Erfahrungen. So kann aus einer einmaligen Abneigung gegen ein Geräusch eine dauerhafte Überempfindlichkeit entstehen.Und was hilft? Eine anerkannte Standardtherapie gibt es bislang nicht, doch verschiedene Ansätze können helfen, mit der Störung umzugehen. Wichtig ist zunächst, dass das Umfeld Verständnis zeigt – anstatt irritiert oder genervt zu reagieren. Oft lässt sich durch Rücksichtnahme oder kleine Veränderungen im Alltag bereits Entlastung schaffen.Betroffene selbst können lernen, Geräusche neu zu bewerten – etwa durch psychotherapeutische Unterstützung oder durch gezielte Reizkonfrontation in geschütztem Rahmen. Auch technische Hilfsmittel wie „Noise Masking“, also das gezielte Überdecken störender Frequenzen, können Linderung bringen. Entscheidend ist, offen über das Thema zu sprechen, damit Missverständnisse und soziale Spannungen gar nicht erst entstehen.Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von KI aus dem Transkript unseres Wissenschaftspodcasts erstellt.„Aha! Zehn Minuten Alltagswissen“ ist der Wissenschafts-Podcast von WELT. Darin klären wir, was es mit weitverbreiteten Mythen auf sich hat. Und welche Sie davon wirklich glauben können. Lindert ein Konterbier den Kater? Und härtet kaltes Duschen ab? Was stimmt wirklich – und was nicht? Wir gehen außerdem psychologischen Phänomenen auf den Grund: Der Angst, etwas zu verpassen zum Beispiel. Oder der Frage: Warum wir im Schlaf reden? Um all diese Fragen zu beantworten, sprechen wir mit Expertinnen und Experten, die uns helfen, die Welt noch besser zu verstehen. Faktenbasiert und auf dem aktuellen Stand der Forschung – und das alles in nur zehn Minuten. „Aha! Zehn Minuten Alltags-Wissen“ erscheint immer dienstags, mittwochs und donnerstags ab 5 Uhr. Wir freuen uns über Feedback an wissen@welt.de.