PfadnavigationHomePodcastsAha!HealthismusWenn Gesundheit zur Obsession wirdVon Juliane Nora SchneiderVeröffentlicht am 30.07.2025Lesedauer: 3 MinutenQuelle: Getty Images/Tom WernerDer Wunsch, möglichst gesund zu leben, ist für viele Menschen zu einer Art Lebensaufgabe geworden. Doch wer Sport, Ernährung und Schlaf ständig perfektionieren möchte, läuft Gefahr, sich selbst zu überfordern – mit Folgen für Körper, Psyche und die Gesellschaft.Außerdem beantworten wir die Frage, ob es stimmt, dass manche Menschen eher mit der linken oder rechten Gehirnhälfte denken. Hier können Sie die Folge direkt hören:Abonnieren Sie den Podcast unter anderem bei Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music oder direkt per RSS-Feed.Hier bekommen Sie schon einen kurzen Einblick in den Inhalt der Folge:In der aktuellen Folge von „Aha! Zehn Minuten Alltagswissen“ geht es um den gesellschaftlichen Trend des Healthismus – also um die Vorstellung, durch konsequent gesundheitsbewusstes Verhalten ein möglichst langes und optimiertes Leben führen zu können. Dr. Friedrich Schorb, Soziologe an der Universität Bremen, untersucht, wie sich dieser Trend entwickelt und welche Auswirkungen er auf Individuen und Gesellschaft hat.Gesund leben – aber zu welchem Preis?Ausgewogene Ernährung, regelmäßiger Sport und genügend Schlaf sind ohne Zweifel gesundheitsförderlich. Doch wenn Gesundheit zum Lebensmittelpunkt wird, entsteht nicht selten ein neuer Druck. Permanente Selbstoptimierung kann in Zwänge umschlagen. Friedrich Schorb erklärt, welche körperlichen und psychischen Folgen das haben kann. Hinzu kommt ein problematisches Selbstbild: Wer glaubt, allein durch Disziplin und Kontrolle über seinen Lebensstil die Gesundheit vollständig steuern zu können, entwickelt mitunter unrealistische Erwartungen. Wenn die erhofften Ergebnisse ausbleiben, drohen Selbstzweifel, Frustration oder sozialer Rückzug. Denn auch soziale Kontakte und emotionale Stabilität gehören zu einem gesunden Leben – sie werden aber oft dem Optimierungsdrang geopfert.Healthismus hat auch gesellschaftliche Folgen. Gesundheit gilt zunehmend als moralischer Maßstab. Wer sich gesund ernährt und regelmäßig bewegt, erscheint diszipliniert und leistungsfähig. Umgekehrt werden Menschen, die übergewichtig sind oder sich wenig bewegen, schnell als verantwortungslos abgestempelt. Gesundheit als moralische Pflicht?Diese Haltung verstärkt soziale Ungleichheiten: Denn nicht jeder Mensch hat im Alltag die gleichen Möglichkeiten, auf seine Gesundheit zu achten – sei es aus Zeit-, Geld- oder Betreuungsgründen.Zwar zeigen gesellschaftliche Entwicklungen wie sinkende Rauchquoten oder ein bewussterer Umgang mit Alkohol auch positive Effekte. Doch die erhoffte Steigerung der allgemeinen Lebenserwartung bleibt aus. Stattdessen wächst die soziale Kluft. Der Gesundheitsvorsprung bestimmter Bevölkerungsgruppen wächst – trotz aller Kampagnen für Bewegung und gesunde Ernährung.Wo aber verläuft die Grenze zwischen einem gesundem Lebensstil und zwanghafter Selbstkontrolle? Gesundheit sollte nicht zum Selbstzweck werden, der das Leben einengt, sagt Schorb. Sie sollte stattdessen ermöglichen, das Leben aktiv zu gestalten ohne es zu beherrschen. Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von KI aus dem Transkript unseres Wissenschaftspodcasts erstellt.„Aha! Zehn Minuten Alltagswissen“ ist der Wissenschafts-Podcast von WELT. Darin klären wir, was es mit weitverbreiteten Mythen auf sich hat. Und welche Sie davon wirklich glauben können. Lindert ein Konterbier den Kater? Und härtet kaltes Duschen ab? Was stimmt wirklich – und was nicht? Wir gehen außerdem psychologischen Phänomenen auf den Grund: Der Angst, etwas zu verpassen zum Beispiel. Oder der Frage: Warum wir im Schlaf reden? Um all diese Fragen zu beantworten, sprechen wir mit Expertinnen und Experten, die uns helfen, die Welt noch besser zu verstehen. Faktenbasiert und auf dem aktuellen Stand der Forschung – und das alles in nur zehn Minuten. „Aha! Zehn Minuten Alltags-Wissen“ erscheint immer dienstags, mittwochs und donnerstags ab 5 Uhr. Wir freuen uns über Feedback an wissen@welt.de.
Healthismus: Wenn Gesundheit zur Obsession wird – Podcast - WELT
Der Wunsch, möglichst gesund zu leben, ist für viele Menschen zu einer Art Lebensaufgabe geworden. Doch wer Sport, Ernährung und Schlaf ständig perfektionieren möchte, läuft Gefahr, sich selbst zu überfordern – mit Folgen für Körper, Psyche und die Gesellschaft.






