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Storia in 9 fonti

Gentechnik im Supermarkt: EU schwächt Regeln ab

Straßburg (dpa) - Mit modernen Gentechnikverfahren veränderte Lebensmittel dürfen in der EU künftig ohne spezielle Kennzeichnung im Supermarkt verkauft werden. Das Europäische Parlament stimmte mehrheitlich dafür, entsprechende Züchtungen in vielen Fällen von bislang strengen EU-Gentechnikregeln auszunehmen. Für solche Lebensmittel gelten aber weiterhin dieselben Sicherheitsvorgaben wie für Züchtungen, die etwa durch Kreuzung und Auslese entstanden sind. Komplett ungeprüft kommen auch künftig gentechnisch veränderte Pflanzen nicht auf den Markt. Die Änderungen wurden bereits von den EU-Staaten bestätigt und sollen voraussichtlich ab Mitte 2028 angewendet werden. Hoffnung auf resistente Sorten Befürworter erhoffen sich durch die Veränderungen Obst- und Gemüsesorten, die ertragreicher, resistenter gegen den Klimawandel und nährstoffreicher sind. Außerhalb der EU kann man nach Angaben des Europäischen Parlaments zum Beispiel derart veränderte Mais-, Weizen- und Reissorten mit geringerem Wasserbedarf kaufen sowie Bananen und Pilze, die nicht braun werden. Wissenschaftler erwarten zudem eine einfachere Forschung durch weniger strenge Vorgaben. Kritiker fordern unter anderem, dass Verbrauchern eine Wahlfreiheit gelassen werden sollte, ob sie solche Lebensmittel konsumieren möchten oder nicht. Zudem werden wirtschaftliche Folgen für Landwirte befürchtet sowie das viele gentechnisch veränderte Pflanzen in Umlauf kommen und die natürlichen Systeme überfordern. Um diese Techniken geht esBei dem Vorhaben geht es um „neue genomische Techniken“ (NGT), mit denen das Erbgut von Pflanzen gezielt verändert wird. Grundsätzlich sind mit Gen-Scheren sowohl kleine als auch deutlich größere Eingriffe möglich. Im Zweifel kann eine etwa durch die Gen-Schere Crispr/Cas veränderte Pflanze nicht von einer natürlich gezüchteten Pflanze unterschieden werden. Künftig gibt es rechtlich zwei Kategorien für solche Gentechnik. Gentechnisch veränderte Lebensmittel, bei denen weniger gravierende Eingriffe vorgenommen wurden (NGT1), sollen auch ohne spezielle Prüfung und ohne Kennzeichnung den Weg in den Supermarkt finden. Das Gleiche gilt für Futtermittel. Für derart veränderte Pflanzen entfallen umfassende Risikoprüfungen und Kontrollen ihrer Nachkommen auf dem Acker. Wenn größere Eingriffe in das Erbgut vorgenommen wurden (NGT2), gelten weiterhin deutlich strengere Auflagen. Auch insektengiftige Pflanzen, also Pflanzen, die Stoffe produzieren, die bestimmte Insekten schädigen oder töten, fallen in diese Kategorie und werden strenger behandelt.Die Regeln gelten dann sowohl für Pflanzen aus der EU als auch für importierte Pflanzen. Saatgut muss weiter gekennzeichnet werden. Im Bio-Anbau sind nach den Regeln keine dieser gentechnisch veränderten Pflanzen erlaubt. Patente auf gentechnisch verändertes SaatgutDie Regeln erlauben auch Patente auf gentechnisch verändertes Saatgut. Die Abgeordneten hatten ursprünglich ein Verbot von Patenten gefordert. In Verhandlungen mit Unterhändlern der EU-Staaten rückten ihre Vertreter schließlich davon ab. Die EU-Kommission soll zusammen mit Interessengruppen einen EU-Verhaltenskodex für Patente ausarbeiten. Darin soll unter anderem festgehalten werden, wie Patente „unter fairen und angemessenen Bedingungen“ lizenziert werden und wie Streitfälle zwischen Züchtern und Landwirten gütlich beigelegt werden, wenn wenig patentiertes Material ohne Absicht auf Feldern vorkommt. Das Label „Ohne Gentechnik“ soll laut dem dahinterstehenden Verband auch künftig Gentechnikfreiheit garantieren. (Archivbild) Sina Schuldt/dpaDie Europaabgeordnete Maria Noichl (SPD) kritisierte die Entscheidung. „Künftig können auch natürlich vorkommende Pflanzenmerkmale durch Unternehmen privatisiert werden. Das ist die Privatisierung unseres natürlichen Erbes.“ Wer Patente ausweite und Transparenzregelungen streiche, stärke die Marktmacht weniger Unternehmen und schwäche den mittelständischen Pflanzenzüchtungssektor in Europa. Eine klare Kennzeichnung, ob Gentechnik enthalten ist, sei zudem für informierte Entscheidungen von Verbrauchern und Landwirten nötig, teilte die agrarpolitische Sprecherin der Europa-SPD mit. Sie mahnte erneut die Notwendigkeit von Risikoprüfungen und Rückverfolgbarkeit auch bei neuer Gentechnik an. Deutschland gegen ÄnderungBundesumweltminister Casten Schneider (SPD) hatte die Einigung auf EU-Ebene im Dezember als schweren Fehler bezeichnet. Bei der Abstimmung darüber im Rat enthielt sich Deutschland im April entsprechend. Dennoch gab es eine Mehrheit. Mit der heutigen Abstimmung ist nun der Weg frei für das Inkrafttreten der Änderungen. Der Europaabgeordnete Martin Häusling (Grüne) kritisierte, die Entscheidung stärke „die Marktmacht weniger internationaler Agrarkonzerne, schwächt bäuerliche Betriebe und gefährdet die biologische Vielfalt in Europa“. Das Vorsorgeprinzip werde de facto ausgehebelt. Er rechnete zudem mit gravierenden Folgen für die gentechnikfreie Landwirtschaft. „Ohne wirksame Rückverfolgbarkeit und klare Schutzmaßnahmen wird es für Bio-Betriebe und andere gentechnikfrei wirtschaftende Höfe deutlich schwieriger, ihre Produktionsweise aufrechtzuerhalten und ihre Produkte verlässlich als gentechnikfrei zu vermarkten.“ Zuständige: Forschung und Ernährungssicherheit stärken Die für die Verhandlungen zuständige Europaabgeordnete Jessica Polfjärd, eine schwedische Konservative, hatte nach der Einigung von einem Durchbruch geschrieben. Die Änderungen würden Europas Landwirte wettbewerbsfähiger machen und europäische Forschung stärken, teilte sie mit. Sie seien entscheidend für die Stärkung der Ernährungssicherheit. Die CDU-Abgeordneten Peter Liese und Norbert Lins wiesen nun ebenfalls auf Chancen hin, bei kontrollierten Risiken. „Der Bioanbau bleibt ausgenommen, Saatgut wird gekennzeichnet und für weitergehende Anwendungen gelten weiterhin strenge Regeln.“ Sie kündigten an: „Das Thema Patente bleibt ebenfalls weiter auf der Tagesordnung.“ Prof. Nicolaus von Wirén vom Leibniz-Institut für Pflanzengenetik wies darauf hin, dass man mit den neuen Techniken deutlich präziser arbeiten könne. „Und dadurch, dass aufwendige Rückkreuzungen entfallen, lässt sich der Zeitbedarf für die Züchtung erheblich verkürzen“, teilte der Agrarbiologe mit. „Das ist wichtig, weil es jetzt vor allem um die schnelle Anpassung der Kulturpflanzen an das sich verändernde Klima und den verringerten Einsatz von Agrochemikalien geht.“ Es sei konsequent, dass Pflanzen, deren genetische Veränderungen mithilfe von NGT erreicht wurden, nun so behandelt würden wie Pflanzen, deren Entstehung auf herkömmlichen Methoden der genetischen Veränderung beruhe. Abgeordnete aus den europäischen Fraktionen der Grünen, Sozialdemokraten und der Linken hatten versucht, die Änderungen zu stoppen, aber scheiterten damit nun endgültig im Parlament. Für Pflanzen, in die Gene aus fremden Arten übertragen wurden, gibt es keine neuen Regeln. Dabei geht es zum Beispiel um Maispflanzen, in die Gene aus einem Bakterium eingeführt wurden, damit die Pflanze weniger leicht geschädigt wird. Für diese sogenannten transgenen Pflanzen gelten weiter strengere Auflagen.© dpa-infocom, dpa:260617-930-236911/4

Raccontata dazeit.despiegel.dewelt.defaz.nettagesschau.desueddeutsche.denzz.chtaz.det3n.de

Confronto fonti

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Streit um Patente: EU lockert Gentechnikregeln

Per Genschere veränderte Pflanzen müssen im Supermarkt nicht mehr gekennzeichnet werden. Kritiker warnen auch vor Nachteilen für Landwirte und Züchter.

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Gentechnik: EU schwächt Regeln für genveränderte Lebensmittel ab

Mit Gentechnik veränderte Lebensmittel dürfen künftig verkauft werden, ohne sie speziell zu kennzeichnen. Auch für Futterpflanzen entfallen viele Vorgaben. Einige Regeln müssen dennoch eingehalten werden.

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welt.de3 g fa

Gentechnik im Supermarkt: EU schwächt Regeln ab - WELT

Mit modernen Gentechnikverfahren veränderte Lebensmittel dürfen in der EU künftig ohne spezielle Kennzeichnung im Supermarkt verkauft werden. Das Europäische Parlament stimmte mehrheitlich dafür, entsprechende…

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Agrar: Gentechnik im Supermarkt: EU schwächt Regeln ab

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Beschluss des EU-Parlaments: Viele genveränderte Lebensmittel bald ohne Kennzeichnung

Zahlreiche Gentechnik-Pflanzen müssen künftig nicht mehr als solche erkennbar gemacht werden. Auch Risikotests fallen weg. Das beschloss das EU-Parlament endgültig.

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EU-Parlament beschließt gelockerte Regeln für Gentechnik

Weniger Umweltprüfungen und keine verpflichtende Kennzeichnung im Supermarkt: Das EU-Parlament will die Regeln für bestimmte Produkte mit Gentechnik abschwächen. Aus dem Bundesumweltministerium hatte es Kritik daran…

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Timeline cronologica

  1. lunedì 15 giugno 2026·zeit.de

    EU-Gentechnik: Kommt jetzt die neue Gentechnik?

    Die EU will den Anbau von Pflanzen mit verändertem Erbgut erleichtern. Daran knüpfen sich viele Hoffnungen – und viele Sorgen. Jetzt gehen die Kritiker auf die Straße.

  2. martedì 16 giugno 2026·spiegel.de

    (S+) Meinung: Gentechnik im Supermarkt: Warum das neue EU-Gesetz Probleme schafft

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  3. mercoledì 17 giugno 2026·zeit.de

    EU-Gentechnikrecht: Wie viel Gentechnik darf auf den Teller?

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  4. mercoledì 17 giugno 2026·welt.de

    Gentechnik im Supermarkt: EU schwächt Regeln ab - WELT

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  5. mercoledì 17 giugno 2026·zeit.de

    Agrar: Gentechnik im Supermarkt: EU schwächt Regeln ab

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  6. mercoledì 17 giugno 2026·faz.net

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  8. mercoledì 17 giugno 2026·spiegel.de

    Gentechnik: EU schwächt Regeln für genveränderte Lebensmittel ab

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  9. mercoledì 17 giugno 2026·sueddeutsche.de

    EU schwächt Gentechnik-Regeln ab

    Supermärkte dürfen genverändertes Obst und Gemüse voraussichtlich ab Mitte 2028 ohne spezielle Kennzeichnung verkaufen. Grüne, Sozialdemokraten und Linke hatten versucht, die…

  10. mercoledì 17 giugno 2026·nzz.ch

    Gentechnik bei Lebensmitteln: Neue EU-Regeln ab 2028

    Die neuen EU-Regeln sollen in zwei Jahren angewendet werden. Im Supermarkt dürfen dann genveränderte Lebensmittel ohne spezielle Kennzeichnung liegen.

  11. mercoledì 17 giugno 2026·taz.de

    Beschluss des EU-Parlaments: Viele genveränderte Lebensmittel bald ohne Kennzeichnung

    Zahlreiche Gentechnik-Pflanzen müssen künftig nicht mehr als solche erkennbar gemacht werden. Auch Risikotests fallen weg. Das beschloss das EU-Parlament endgültig.

  12. mercoledì 17 giugno 2026·tagesschau.de

    Was bedeuten die neuen EU-Regeln zu Gentechnik?

    Im Supermarkt dürfen künftig bestimmte genveränderte Lebensmittel ohne Kennzeichnung im Regal stehen. In rund zwei Jahren sollen die Regeln gelten. Was genau ist geplant? Und…

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    Kennzeichnungspflicht von Gentechnik: Gut für die Konzerne, schlecht für Verbraucher und die Umwelt

    Kaum Auflagen, wenig Kontrollen: Die EU ist Wissenschaftsmarketing erlegen und lockert die Regeln für Gentechnik. Damit schützt sie vor allem Geschäftsinteressen.

  14. mercoledì 17 giugno 2026·taz.de

    EU-Regeln für Gentechnik: Monsanto freut sich

    Das neue EU-Gentechnik-Recht wird zu mehr patentierten Pflanzen führen. Das kann die Anpassung an den Klimawandel bremsen und Lebensmittel verteuern.

  15. mercoledì 17 giugno 2026·welt.de

    EU-Parlament lockert Regeln für Gentechnik – keine Kennzeichnung mehr im Supermarkt - WELT

    Das EU-Parlament hat abgestimmt: Gentechnisch leicht veränderte Pflanzen müssen im Supermarkt nicht mehr gekennzeichnet werden. Deutschland hatte das Vorhaben abgelehnt, konnte…

  16. giovedì 18 giugno 2026·t3n.de

    Lockere Gentechnik-Regeln in der EU: Befürworter hoffen auf Ökowunder - Kritiker sehen Tabubruch - was stimmt?

    Das EU-Parlament sagt Ja zu regulatorischen Lockerungen für Gentechnik bei Nutzpflanzen. Die Erwartungen an den Nutzen sind überzogen.

  17. giovedì 18 giugno 2026·sueddeutsche.de

    Gentechnik im Supermarkt: EU schwächt Regeln ab

    Straßburg (dpa) - Mit modernen Gentechnikverfahren veränderte Lebensmittel dürfen in der EU künftig ohne spezielle Kennzeichnung im Supermarkt verkauft werden. Das Europäische…

  18. venerdì 19 giugno 2026·sueddeutsche.de

    Gentechnik an Pflanzen: Profitmaximierung statt Weltrettung

    Das EU-Parlament beschließt neue Regeln für Gentechnik in Pflanzen. Das war längst überfällig. Doch die Reform schafft neue Probleme.

  19. venerdì 19 giugno 2026·sueddeutsche.de

    Gentechnik an Pflanzen: Lockere Regeln bringen mehr Geld für Konzerne, aber keine Weltrettung

    Das EU-Parlament beschließt neue Regeln für Gentechnik in Pflanzen. Das war längst überfällig. Doch die Reform schafft neue Probleme.

  20. venerdì 19 giugno 2026·zeit.de

    Landwirtschaft und Forschung: Gentechnik-Reform: Zustimmung und Kritik in Sachsen-Anhalt

    Hier finden Sie Informationen zu dem Thema „Landwirtschaft und Forschung“. Lesen Sie jetzt „Gentechnik-Reform: Zustimmung und Kritik in Sachsen-Anhalt“.