Tel Aviv/Beirut (dpa) - Israel rückt immer weiter in den Libanon vor. Während die libanesische Hisbollah Israel wieder beschoss, nahm die israelische Armee im Südlibanon die strategisch wichtige Kreuzritterfestung Beaufort ein. Verteidigungsminister Israel Katz sagte, Soldaten hätten dort die israelische Flagge gehisst. Das Foto eines dpa-Reporters bestätigt dies.Es ist das erste Mal seit 26 Jahren, dass israelische Soldaten die Festung erreichen. Israels Armee war im Jahr 2000 nach einer rund 20 Jahre langen Besatzungszeit aus dem Gebiet abgezogen. In dieser Zeit hatten israelische Truppen die Festung als Militärbasis genutzt. Mit der Ausweitung der israelischen Bodenoffensive wächst im Libanon die Sorge vor einer erneuten dauerhaften Besetzung des Südens.Das israelische Militär warf der libanesischen Hisbollah-Miliz vor, in der Gegend Einrichtungen zu haben und von dort aus auch Angriffe ausgeführt zu haben. Israel geht in dem Gebiet nach eigenen Angaben etwa gegen Raketenabschussrampen der vom Iran unterstützten Schiitenorganisation vor.Ein Armeesprecher bezeichnete die Festung als „Symbol der Arroganz“ der Hisbollah. Verteidigungsminister Katz schrieb auf der Plattform X: „Dies ist eine klare Botschaft an unsere Feinde: Wer die Bürger Israels bedroht, wird seine strategischen Positionen eine nach der anderen verlieren.“ Laut israelischen Medien kündigte Katz an, dass Israels Soldaten dort bleiben würden. Die Festung sei Teil der sogenannten Sicherheitszone Israels im Libanon, die die libanesische Führung wiederum als Besetzung libanesischen Bodens bezeichnet.Einnahme der Festung für Israel mit Vorteilen verbundenDie Kreuzritterfestung Beaufort wurde im 12. Jahrhundert errichtet und liegt knapp nördlich des Flusses Litani, hinter den sich die Hisbollah laut einer Vereinbarung zurückziehen sollte. Von dem in 700 Meter Höhe gelegenen Bau in der Nähe eines nordöstlichen Ausläufers der israelischen Grenze hat man einen guten Überblick über die Umgebung. Der Bergrücken würde über Jahrhunderte genutzt, um die Gegend militärisch zu kontrollieren.Die israelische Nachrichtenseite „Walla“ schrieb, Israels Armee könne von dort aus schnell Bewegungen der Hisbollah erkennen und die Miliz in dem Fall angreifen. Israels militärische Präsenz in der Gegend werde den Transport von Kämpfern, Munition und anderen Gütern erheblich erschweren. Für die Hisbollah sei der Verlust dieses strategisch wichtigen Punktes schmerzhaft. Der israelische Sender Kan berichtete unter Berufung auf Militärkreise, bei der Einnahme der Gegend habe es Gefechte mit der Hisbollah gegeben.Zusammen mit weiteren Festungen in dem Gebiet gilt Beaufort als eine der herausragendsten noch erhaltenen Stätten des Mittelalters. Es sei eine der am besten erhaltenen Festungen aus der mittelalterlichen Zeit, schreibt die UN-Kulturorganisation Unesco. Der damalige König von Jerusalem ließ sie um das Jahr 1137 errichten. Die Unesco listet die Festung als kulturelles Erbe, das herausragenden Schutz genießt. Es ist unklar, ob die Stätte durch Kämpfe Israels mit der Hisbollah beschädigt wurde.Libanons Ministerpräsident: „Versuch, Geschichte auszuradieren“Libanons Ministerpräsident Nawaf Salam warf Israel vor, den südlichen Libanon weitreichend zu zerstören. Die Angriffe seien ein „Versuch, die Geschichte auszuradieren“, sagte er der Staatsagentur NNA zufolge. Die Kosten des Kriegs seien für die Libanesen immens. Das Land dürfe nicht zum „Faustpfand“ in regionalen Konflikten werden.Ein israelischer Militärsprecher forderte am Morgen einen Großteil der Einwohner im Südlibanon dazu auf, sich in das Gebiet nördlich des Sahrani-Flusses - etwa 40 Kilometer nördlich der israelischen Grenze - zu begeben. Eine solch umfassende Fluchtaufforderung hatte es zuletzt kurz vor Beginn der Mitte April verkündeten Waffenruhe gegeben. Israels Armee begründete den Fluchtaufruf mit den Angriffen der Hisbollah auf Israel. Am Vormittag meldete Israels Armee schließlich neue Angriffe auf Ziele der Hisbollah im Südlibanon, darunter in der Küstenstadt Tyrus.Im Zuge des Iran-Kriegs war es auch zu einer erneuten Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah gekommen. Mitte April schlossen die israelische und die libanesische Regierung zwar eine Waffenruhe, die seitdem zweimal verlängert wurde. Die Hisbollah und Israel liefern sich trotzdem tägliche Kämpfe und mitunter schwere Angriffe. Im Libanon wurden im laufenden Krieg nach offiziellen Angaben mehr als 3.200 Menschen getötet und mehr als 9.800 weitere verletzt. Das Gesundheitsministerium unterscheidet bei seiner Zählung nicht zwischen Zivilisten und Hisbollah-Kämpfern. Auf israelischer Seite kamen 25 Soldaten sowie ein Arbeiter, der im Auftrag des israelischen Verteidigungsministeriums im Südlibanon tätig war, ums Leben.Warnsirenen in Nordisrael nach Beschuss aus dem NachbarlandIsraels Armee meldete erneut mehrfach Beschuss unter anderem mit Raketen aus dem Libanon. Das Militär fing eigenen Angaben zufolge mehrere Geschosse ab. Die Hisbollah hat zuletzt Angriffe tiefer in Israel ausgeführt, so gab es am Samstag erstmals seit Beginn der Waffenruhe wieder Raketenalarm in der Stadt Safed.Armeeangaben zufolge wurde ein israelischer Soldat im Südlibanon getötet, er kam demnach bei Drohnenbeschuss der Hisbollah am späten Samstagabend ums Leben. Wegen der Drohnen- und Raketenangriffe der Hisbollah fällt derzeit für Tausende Schüler in mehreren nordisraelischen Orten der Unterricht aus.© dpa-infocom, dpa:260531-930-152666/3

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Hier finden Sie Informationen zu dem Thema „Nahost“. Lesen Sie jetzt „Israel nimmt strategisch wichtige Festung im Südlibanon ein“.

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Tel Aviv/Beirut (dpa) - Israel rückt immer weiter in den Libanon vor. Während die libanesische Hisbollah Israel wieder beschoss, nahm die israelische Armee im Südlibanon die…

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Beirut/Tel Aviv (dpa) - Mit dem Vormarsch israelischer Bodentruppen im Libanon und möglichen neuen Angriffen im Raum von Beirut eskaliert der Krieg in dem kleinen Mittelmeerland…

Israels Armee dringt so tief in Libanon ein wie seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr. Für die internationalen Vermittlungsbemühungen bedeutet das nichts Gutes.

Israel dringt so tief in den Libanon vor wie seit 26 Jahren nicht mehr. Vor den Verhandlungen ist die Botschaft deshalb klar: Wer mehr Land hält, diktiert die Bedingungen.