Israelische Truppen stehen rund fünf Kilometer vor Nabatijeh, einem der wichtigsten Zentren im Südlibanon, wie die Nachrichtenagentur AP berichtet. Die Einnahme der Beaufort-Burg am Wochenende markiert die tiefste israelische Invasion des Landes seit 26 Jahren. Doch die Offensive ist nicht nur militärisch zu lesen, sie ist vor allem ein Verhandlungsinstrument.
Am Dienstag beginnt in Washington die nächste Gesprächsrunde zwischen Israel und dem Libanon. Der Beiruter Geopolitikanalyst Joe Macaron bringt im Gespräch mit AP die israelische Logik auf den Punkt: „Je mehr Land sie vor dem Waffenstillstand einnehmen können, desto mehr können sie der Hisbollah Bedingungen diktieren.“ Es sei noch zu früh zu sagen, wie die Hisbollah auf die Gebietsverluste reagieren werde, aber man befinde sich „an einem Wendepunkt“.
US-Außenminister Marco Rubio hatte am Wochenende sowohl Ministerpräsident Benjamin Netanjahu als auch den libanesischen Präsidenten Joseph Aoun angerufen, wie AP aus Regierungskreisen erfuhr. Rubio soll beim Telefonat mit den Regierungsvertretern vorgeschlagen haben, die Hisbollah stelle ihre Angriffe ein und im Gegenzug verzichte Israel auf weitere Schläge gegen den Beiruter Südbezirk Dahijeh. Parlamentssprecher Nabih Berri, ein enger Hisbollah-Verbündeter, zeigte sich grundsätzlich bereit, stellte aber die entscheidende Gegenfrage: „Wer zwingt Israel zum Stopp?“












