Rauch steigt auf: Die Burg Beaufort im Libanon
Die israelische Armee hat ihren Einsatz gegen die schiitische Hisbollah-Miliz im benachbarten Libanon in den vergangenen Tagen massiv ausgeweitet. Israels Premier Benjamin Netanyahu hat bei einem Truppenbesuch im Grenzgebiet nun erklärt, dass das Militär den Litani überquere. Der Fluss verläuft etwa dreißig Kilometer nördlich der Grenze. Zudem bringen sich nach übereinstimmenden israelischen Medienberichten Soldaten in der Nähe der Kreuzfahrerburg Beaufort in Stellung.
Es ist das erste Mal seit rund einem Vierteljahrhundert, dass die Israelis dort Position beziehen. Beaufort hat hohe symbolische Bedeutung:Während der Besatzung des Südlibanons von 1982 bis 2000 war die Burg erst lange umkämpft – und dann viele Jahre ein vorgerückter Armeestützpunkt.Für viele Männer Ü45, die ihren Wehr- und Reservedienst noch im Libanon abgeleistet haben, ist Beaufort ein vertrauter Ort.Der Autor Ron Leshem hat ihn in den Mittelpunkt seines Antikriegsromans »Wenn es ein Paradies gibt« gestellt.
Bei dem israelischen Militäreinsatz wurden nach offiziellen Angaben seit Anfang März mehr als 3300 Menschen getötet. Allein in den vergangenen sieben Tagen wurden laut Uno-Kinderhilfswerk Unicef vom Freitag mindestens 15 Kinder getötet und mehr als 60 weitere verletzt.Für Freitag ist ein Treffen von Militärvertretern Israels und des Libanons in Washington angesetzt. Das Treffen findet im Vorfeld einer neuen direkten Gesprächsrunde zwischen beiden Ländern am 2. und 3. Juni statt.













