Erlangen (dpa/lby) - Bei der Erlanger Bergkirchweih sorgt die Musikempfehlung der Stadt für Wirbel - die Kommune hatte den Wirten den Verzicht auf zwölf sexistische und frauenfeindliche Lieder nahegelegt. „Im Endeffekt hat das Land ganz andere Probleme“, lautet der Tenor diverser Besucherinnen und Besucher, die sich von der Debatte beim Feiern nicht beeinträchtigen lassen wollen.Die Stadtverwaltung hatte die Festwirte und Bands vor dem Start der Bergkirchweih - einem der größten Volksfeste Bayerns - gebeten, auf Songs wie „Layla“, „Joana“, „Baby Bell“ und mehrere Mickie-Krause-Songs zu verzichten. Auch das „Donaulied“, in dessen Text Anspielungen auf eine mögliche Vergewaltigung gemacht werden, ist darunter. Dabei betonte die Stadt, dass es sich nicht um eine Verbotsliste handele, sondern die Aufzählung als Orientierung und Sensibilisierung gedacht sei. Wenig Verständnis für Empfehlung zu „Skandal im Sperrbezirk“Dennoch schlägt der Vorgang medial und auch unter den Besuchern hohe Wellen. Vor allem für die Empfehlung, den 45 Jahre alten Gassenhauer „Skandal im Sperrbezirk“ der Spider Murphy Gang nicht zu spielen, gibt es offenbar wenig Verständnis. Anwesende berichteten denn auch, dass das Lied dennoch gespielt werde. „"Skandal im Sperrbezirk" sorgt mit für die beste Stimmung hier auf dem Berg“, schilderte ein Besucher. Sein Eindruck sei, dass bei dem Song aus Trotz nun besonders laut mitgesungen werde - und jeder mitfeiere, egal welchen Geschlechts. Auch ein weiterer Besucher betonte: „95 Prozent der Leute, die da oben sind, die wollen feiern, die haben schon genügend Ärger und Stress mit anderen Themen, die wollen einen schönen Abend verbringen und genießen. Und da gehört dieses Lied "Skandal im Sperrbezirk" definitiv dazu.“Sängerin: Haben so viel Auswahl - können gut verzichten Differenzierter betrachtet das Thema hingegen die Sängerin der Band Overdrive, Steffi List. „Ich glaube nicht, dass wenn diese Songs nicht im Programm sind, die Stimmung getrübt ist. Weil wir haben so viele tolle Songs drauf, auch die anderen Bands, so viel Auswahl an tollen Partysongs, da kann man auch auf ein paar verzichten - wenn man möchte.“Sie finde den Ansatz der Stadt grundsätzlich gut, betonte List. Allerdings habe sie angesichts der Feierstimmung Bedenken, „ob da wirklich jemand drüber nachdenkt, was der Inhalt dieser Songs ist - ich glaube nicht“. Aber vielleicht nähmen einige Besucherinnen und Besucher das Thema ja mit nach Hause - „und denken darüber nach, was in den Texten wirklich angesagt ist.“© dpa-infocom, dpa:260525-930-127675/1

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