Gehören frauenfeindliche und sexistische Songs zur deutschen Festzeltkultur? Aus Erlangen kommt in dieser Debatte, die spätestens seit dem Song »Layla« fast jährlich geführt wird, ein Nein. Die Gleichstellungsbeauftragten der Stadt haben eine Liste von Songs für die diesjährige Bergkirchweih erarbeitet, verbunden mit der Bitte, sie nicht zu spielen. Die Reaktionen darauf sind – vorsichtig gesagt – geteilt.
Réka Lőrincz von der Gleichstellungsstelle der Stadt Erlangen sagte den »Nürnberger Nachrichten« , dass es sich nicht um die schönste Arbeit und Recherche gehandelt habe. Man habe die Songs aber nicht nur vom Gefühl her bewerten wollen, sondern es »wirklich faktenbasiert aufarbeiten«. Herausgekommen ist diese Liste:»Layla« – DJ Robin & Schürze»Nein heißt ja« – G.G. Anderson»Donaulied« – dazu gibt es unter anderem eine Ballermann‑Version von Mickie Krause»Baby Bell« – Breitner»Joana (du geile Sau)« – Roland Kaiser/Ballermann‑Version unter anderem von Peter Wackel»Olé, wir fahr’n in’ Puff nach Barcelona« – Mickie Krause»20 Zentimeter« – Mirja Boes»Die Glöcknerin von Dingolfing« – Dorfrocker»Skandal im Sperrbezirk« – Spider-Murphy-Gang»Geh mal Bier hol’n« – Mickie Krause»Deine Freundin« – SDP»10 nackte Friseusen« – Mickie KrauseIn den meisten dieser Songs werden Frauen objektifiziert und herabgewürdigt. In »Skandal im Sperrbezirk«, in dem es um eine Prostituierte namens Rosi geht, wird Prostitution mindestens inszeniert, wenn nicht romantisiert. »Layla« sorgte bereits 2022 für eine nationale Debatte, ob sexistische oder frauenfeindliche Songs verboten werden sollten. Die Stadt Würzburg untersagte damals, den Song auf einem Volksfest spielen zu lassen.











