Wie groß die Zweifel geworden waren, zeigt das Ausmaß der Erleichterung nach dem 3:1 über Mainz 05. Trainer Adi Hütter gab nach dem Abpfiff gerne zu, dass dieser Sieg gegen den Nachbarn ein besonderer für ihn war. Zum ersten Mal in dieser Saison hat die Frankfurter Eintracht die Chancen aufgezeigt, die in ihrem diesjährigen Kader stecken, und nicht nur die Risiken.Ja, die Mannschaft ist extrem jung und damit fehleranfällig, ja, die Innenverteidiger Brassier und Maluze, die Außenverteidiger Baum und Kosugi, die Mittelfeldspieler Onyedika und Aseko sowie die Stürmer Ebnoutalib und Amaimouni verfügen über keine bis kaum Bundesliga-Erfahrung: Aber die Indizien, die sie schon in den enttäuschenden Spielen geliefert hatten, genug Talent und Format für die höchste deutsche Spielklasse zu besitzen, verdichteten sich am Samstag zur Gewissheit.Im Gegensatz zu vielen Fans hatte die Eintracht-Führung das grundsätzliche Vertrauen in ihre Profis noch nicht verloren. Aber der Kontrollverlust und die damit einhergehende Wehrlosigkeit nach den ersten Gegentoren gegen Union Berlin und Augsburg ließ schon die Befürchtung entstehen, dass sich ein mentales Problem verfestigen könnte, dass das Potential des Teams lahmlegt.Diese Sorge erscheint nun unbegründet, die Plätze sechs bis neun sind die realistischen Landepunkte am Ende des Fluges durch das Bundesliga-Jahr, und vielleicht liegt sogar noch Rang fünf im Bereich des Möglichen, wenn einer der schwergewichtigen Konkurrenten ein Seuchenjahr erleidet, die Eintracht in einem Flow gerät – und Johnny Burkardt weitgehend verletzungsfrei durch die Spielzeit kommt. Die Mannschaft ist begeisterungsfähig und hat mit Hütter einen Trainer, der in der Lage ist, das Feuer zu schüren.Abwehrchef Robin Koch fühlt sich in der Dreierkette wohlerMit dem Wechsel auf die Dreier-Abwehrkette gab der Österreicher seinen Spielern die vielleicht entscheidende Hilfestellung. Von Anpfiff weg war zu erkennen, wie viel wohler sich Abwehrchef Robin Koch fühlt, wenn er zwei Innenverteidiger um sich hat als nur einen, wenn er weniger direkte Zweikämpfe zu führen hat, sondern mehr als Organisator, Unterstützer und Ballpflücker gefragt ist.Apropos Ballpflücken! Wie die Eintracht gegen Mainz als Team verteidigte, war der augenfälligste Fortschritt zu den ersten beiden Bundesligaspielen, vor allem zu den Phasen im Auflösungszustand. Der erste Frankfurter setzte seinen Gegenspieler im Zweikampf aggressiv unter Druck, zwang ihn zu einem unsauberen Abspiel, der zweite Frankfurter hatte dadurch eine bessere Position in seinem Zweikampf, und wenn er den Ball nicht gewinnen konnte, weil sich der Gegner von ihm wegdrehte, so war dann der dritte Frankfurter da, der den Ball abpflücken konnte.Es liegt noch viel Arbeit vor der Eintracht, und es lauern noch viele Gefahren in dieser Saison. Aber die erste Belastungsprobe hat sie bestanden.
Eintracht Frankfurt: Belastungsprobe bestanden
Beim 3:1 in Mainz zeigen die Frankfurter auf, wie viel Potential in der jungen Mannschaft steckt. Trainer Adi Hütter gibt die entscheidende Hilfestellung.











