Machen sie das halbe Dutzend voll? Bislang jedenfalls kennzeichnet die Einstimmung der Eintracht auf die neue Fußballspielzeit das erfolgreiche Abschneiden in den Partien, die der Formüberprüfung zum jeweiligen Stand der Vorbereitung dienen. Im Aufeinandertreffen mit dem FSV Frankfurt machten die Männer von Trainer Adi Hütter so weiter, wie sie es zuvor in Gießen (7:1), gegen Trabzonspor (3:0), in Mannheim (1:0) und gegen Hull City (2:0) getan hatten: Sie hielten den Gegner in Schach und gingen, kurz nachdem die partielle Sonnenfinsternis auch das Stadion am Bornheimer Hang verdunkelt hatte, als 5:1-Sieger vom Platz.Wenn ihnen ein ähnliches Abschneiden auch an diesem Samstag im Kräftemessen mit dem FC Brentford (15 Uhr) gelingt, hat der Bundesliga-Achte der vergangenen Saison die ersten sechs Arbeitswochen unter Hütter — mit Blick auf die Testspielresultate — mit einer von allen willkommenen, für den Ernstfall allerdings noch wenig belastbaren Zwischenbilanz abgeschlossen.An Burkardt führt offensiv kein Weg vorbeiDie Begegnung mit dem Regionalliga-Verein lieferte aus Perspektive der drei Klassen höher angesiedelten SGE — passend zum Naturphänomen am Mittwoch – ein Spiegelbild des aktuellen Leistungsvermögens mit Licht und Schatten. Jonathan Burkardt untermauerte seinen Status als Nummer eins im Angriffszentrum. Sein Treffer per Kopf zum 3:0-Pausenstand war Lohn für seinen laufstarken Einsatz in der ersten Halbzeit, in der sich die Eintracht viele Chancen erspielte, bei denen der 26-Jährige noch prägender hätte auftreten können, wenn er nicht wiederholt den Ball den Nebenleuten zugepasst hätte, die — wie Younes Ebnoutalib oder Can Uzun — bei Weitem noch nicht so zielstrebig wie er im Strafraum zu Werke gehen.Robin Koch, der jüngst von Hütter im Kapitänsamt bestätigte Abwehrchef, fasste seine Eindrücke des Geschehens im Stile einer bedachtsamen Führungskraft salomonisch zusammen: „Es war noch nicht alles perfekt“, urteilte der 30-Jährige. Er ließ den Hinweis anklingen, dass sämtliche Pläne auch gar nicht darauf angelegt sind, dass alle jetzt schon am Optimum agieren, sondern es besser und wichtiger sei, aktuell „Gas zu geben“, um körperlich so weit zu sein, dass sie dann fortan ihre Trümpfe optimal einsetzen können, wenn mit der ersten Runde im DFB-Pokal am 21. August die wirklich zählenden Pflichten des Alltags beginnen.Knauff bringt sich als Rechtsverteidiger in PositionKoch verteidigte in der ersten Hälfte nicht nur mit Neuling Otávio an seiner Seite, sondern auch mit Ansgar Knauff, der die Position des rechten Außenpostens in der Viererkette übernahm. Die Probe aufs Exempel verlief komplikationslos, was auch mit der fehlenden Durchschlagskraft des FSV-Angriffs zu tun hatte. Knauff, der seit seinem Ankommen in Frankfurt für die Eintracht schon weiter vorne auf beiden Flügeln als Energielieferant für Schwung sorgte, hat unter Dino Toppmöller auch schon als falsche Neun den Aushilfsstürmer gegeben.Es gibt keinen Profi im 32-Mann-Riesenkader Hütters, der im bevorzugten 4-2-2-2-System so variabel ist wie der 24-Jährige. Was Knauf an Abschlussstärke fehlt, versucht er durch Einsatzbereitschaft und taktische Disziplin wettzumachen. Dass der Coach nun mit ihm als Rechtsverteidiger experimentiert, schafft die Möglichkeit, Elias Baum auf die linke Seite zu beordern, wo sich Keita Kosugi bis zum Pausenpfiff aufs Neue engagiert, aber wenig effektiv im letzten Drittel anstellte.Er wolle seine „Stärken einbringen“, sagte Knauff während der Tage in Grassau, und so „dem Team so gut es geht helfen“. Koch befand, dass es der frühere Dortmunder „sehr gut“ hinbekommen habe; er sei auf jeden Fall eine „Option“. Aber bis die „Umstellung“ vollzogen sei, dauere es eben „ein paar Spiele“. Im nächsten kommt es für die Eintracht im Duell mit den „Bees“ aus der Premier League zu einem Duell, das eine anspruchsvollere Standortbestimmung verspricht als der gegen Ende zunehmend ereignisarme Sommerabend-Kick in Bornheim.Was an Aussagekraft nicht fehlte: Elye Wahi ist bei der Eintracht komplett außen vor. Hütter setzte 22 Akteure ein. Der Ivorer gehörte nicht dazu. Er musste dafür Sprints absolvieren, als sich die Kollegen von den Fans beklatschen ließen. Dieses für alle Beteiligten unbefriedigende Kapitel zu beenden, dürfte zu den schwierigsten Aufgaben der verbleibenden Tage dieser Transferperiode gehören.