Wie lässt Hütter gerne spielen?Eine kleine Zeitreise ins Jahr 2019: Die Frankfurter Eintracht begeistert im Frühjahr mit Konterfußball gegen Benfica Lissabon und den FC Chelsea. Am Ende scheitert sie knapp und spät im Halbfinale an der Stamford Bridge. Seither heißt es nach jedem faden Eintracht-Spiel: Ach, was waren das für Zeiten mit Adi Hütter und seinem sogenannten Büffel-Fußball. Der Begriff geht auf die schnellen, wuchtigen Angreifer zurück, mit denen der Österreicher damals spielte: Luka Jović, Sébastien Haller, Ante Rebić, Filip Kostić.Das war und ist aber heute schon nur noch ein Teil der Wahrheit. Später, als die Eintracht in der letzten Hütter-Saison 60 Punkte sammelte und fast in die Champions League eingezogen wäre, spielte sie kreativen Angriffsfußball. Der Portugiese André Silva erzielte in der Saison 2021/22 28 Bundesligatore - mehr als jeder Eintracht-Angreifer zuvor.Mann der Rekorde: Hütter (rechts) mit 28-Tore-Stürmer André SilvaEPAGleich war allerdings die Formation geblieben: Die Eintracht agierte unter Hütter aus einer Dreierkette. Das belebte ihr Flügelspiel, ließ sie eng verteidigen, schwächte aber naturgemäß ihre Mittelfeldzentrale. Seit Hütter die Eintracht verließ, versuchte sie deshalb von der Dreier- auf eine Viererkette umzustellen, um mehr Spieler im Zentrum zu versammeln und das Spiel häufiger zu dominieren.Hütter selbst tat dies in Monaco. Dort ließ er mit vielen jungen Franzosen Offensivfußball spielen, der nur phasenweise dem Frankfurter Überfallspiel anno 2019 glich. Deshalb fühlt sich der Trainer missverstanden, wenn er auf temporeichen Konterfußball reduziert wird - und er hat damit recht, wie die Jahre im Süden Frankreichs bewiesen.Die Antwort auf die Frage lautet also: Die Eintracht dürfte unter Hütter bei einer Viererkette bleiben. Der Österreicher will außerdem mit zwei Stürmern spielen. Eine Facette, die der Eintracht nach den Eindrücken der Rückrunde der vergangenen Saison guttun wird.Wer hat seinen Platz sicher?Jonathan Burkardt wird das Gesicht der Offensive. Der gebürtige Darmstädter hat sich in der Rückrunde zwar einen Aussetzer geleistet, als er den damaligen Trainer Albert Riera („puta madre“) in Dortmund beleidigte. Aber er hat danach Einsicht bewiesen, um Entschuldigung gebeten und als einziger Führungsspieler der Frankfurter klar die Fehler der vergangenen Saison öffentlich benannt. Das qualifiziert ihn, um zumindest die Offensive zu führen. Möglich ist aber auch, dass er die Kapitänsbinde von Robin Koch übernimmt.Koch wird, allein schon wegen seines großzügigen Vertrags, bei der Eintracht bleiben. Er soll die Defensive ordnen. An dieser Aufgabe ist er in der vergangenen Saison gescheitert, hatte hinter sich allerdings auch wacklige Torhüter und neben sich wechselnde Verteidiger. Viele von ihnen (Kristensen, Amenda, Brown, Collins, Theate) haben den Klub bereits verlassen oder wollen es im Sommer noch tun. Kauã Santos und Michael Zetterer, die beiden Torhüter, will Trainer Hütter in der Vorbereitung testen, bevor er entscheidet, ob ein neuer Schlussmann kommen soll.
Eintracht Frankfurt: So wird der neue Kader in der Bundesliga aussehen
Unter Trainer Adi Hütter soll bei Eintracht Frankfurt wieder vieles besser werden. Jonathan Burkardt und Robin Koch dürften zwei seiner Schlüsselspieler sein, die große Überraschung aber wird ein anderer.









