Nach dem Wahlsieg der AfD gestaltet sich die Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt schwierig. Der Blick richtet sich auf die Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern – und auf die Bundesregierung.Die SPD wirbt in Mecklenburg-Vorpommern mit dem Slogan „Die Frau gegen Blau“ – das finden die anderen Parteien wenig lustig. Doch die SPD ätzt zurück: Mit „Fischbrötchen und Merz“ könne die CDU nun mal keine Wahlen gewinnen. Mehr im Liveticker.GoogleKlicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.Jetzt aktivierenNach dem Wahlsieg der AfD gestaltet sich die Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt schwierig. Der Blick richtet sich auf die Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern – und auf die Bundesregierung. Zieht Schwarz-Rot Schlüsse aus den schwachen Wahlergebnissen für den Reformkurs und das eigene Personal?Alle wichtigen Entwicklungen gibt es hier im Liveticker:11:38 Uhr – Sonntag, 13. SeptemberSPD wehrt sich gegen Kritik an Schwesigs WahlkampfDie SPD in Mecklenburg-Vorpommern wehrt sich gegen Kritik am Wahlkampf ihrer Spitzenkandidatin Manuela Schwesig. Der Generalsekretär der MV-SPD, Julian Barlen, warf der CDU vor, überall nach Gründen für ihre schlechten Umfragewerte zu suchen, nur nicht bei sich selbst.„Die jüngsten Äußerungen (...) erwecken den Eindruck, dass die CDU überall nach Gründen für ihre schlechten Umfragewerte sucht, nur nicht bei sich selbst. Das ist falsch. Mit Fischbrötchen und Friedrich Merz kann man nun mal keine Wahlen gewinnen“, heißt es in der Mitteilung, die WELT vorliegt. „Die letzte Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen zeigt, dass die Kompetenz zur Stärkung der Wirtschaft und zur Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen in Mecklenburg-Vorpommern inzwischen klar bei der SPD liegt.“CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann hatte Schwesig zuvor vorgeworfen, mit einem stark auf sich selbst zugeschnittenen Wahlkampf die politische Mitte insgesamt zu schwächen. Grünen-Chef Felix Banaszak äußerte sich ähnlich: „Die Mehrheit für Rot-Rot-Grün ist zum Greifen nah, aber Manuela Schwesig setzt darauf, dass alle, die die AfD verhindern wollen, zu ihr kommen – und riskiert damit bewusst, dass CDU oder Grüne aus dem Landtag fallen.“ Schwesig wirbt unter anderem mit dem Slogan „Die Frau gegen Blau“ – die SPD also als Verhinderin der AfD.Barlen konterte in einer Mitteilung: „Wir setzen im Wahlkampf auf Landesthemen: auf Wirtschaft und Arbeitsplätze, auf Kitas und Schulen und auf einen starken sozialen Zusammenhalt in Mecklenburg-Vorpommern. Und wir kämpfen dafür, dass Manuela Schwesig unsere Ministerpräsidentin bleibt.“ All das sei seit vielen Wochen überall im Land sichtbar.Stimmenfang auf Kosten eines möglichen Koalitionspartners? Manuela Schwesig und Julian BarlenQuelle: Jens Büttner/dpa09:38 Uhr – Sonntag, 13. SeptemberKretschmer: Zusammenarbeit mit BSW möglich – mit AfD nichtDas Bündnis Sahra Wagenknecht in Sachsen bleibt für Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) ein Verhandlungspartner - unabhängig vom Wirken des BSW im Nachbarland Sachsen-Anhalt. „Sachsen-Anhalt ist Sachsen-Anhalt. Das BSW hat keinen gemeinsamen Kern, die Unterschiede zwischen den einzelnen Landesverbänden sind riesig“, sagte Kretschmer im Interview der Chemnitzer „Freien Presse“. Es komme immer auf die Menschen an. „Wenn die Kollegen des BSW im Sächsischen Landtag Verantwortung übernehmen wollen, ist eine sachbezogene Zusammenarbeit selbstverständlich möglich.“Ihm sei es nach eigenem Bekunden wichtig, ob „konstruktive Kräfte mitmachen wollen, ob sie ein gemeinsames Interesse haben, ob man sich verständigen kann. Da schaue ich nicht in erster Linie auf die Parteizugehörigkeit“.Kretschmer wurde auch gefragt, ob sich seine Haltung zur AfD geändert habe. Seine Antwort fiel klar aus: „Nein. Ich erlebe sie im Landtag als Partei, die sich immer weiter radikalisiert und die keine Gelegenheit auslässt, zu spalten.“Michael Kretschmer (CDU)Quelle: Jan Woitas/dpa12:43 Uhr – Sonntag, 13. SeptemberBerliner CDU-Kandidat Evers sieht in Müll Zeichen für RespektlosigkeitAus Sicht des CDU-Spitzenkandidaten zur Wahl des Berliner Abgeordnetenhauses ist der Respekt in Berlin ein Stück weit verloren gegangen. „Ich möchte, dass gegenseitiger Respekt die verbindende Klammer dieser Stadt wird“, sagte Stefan Evers der „Zeit“. „Das mag alles urkonservativ und verstaubt klingen, aber ich bin überzeugt, dass wir das als moderne Gesellschaft brauchen.“ Sichtbar sei dies beim Müllproblem in der Hauptstadt. „Wer seine Abfälle auf die Straße wirft, dem fehlt der Respekt vor unserer Stadt.“10:24 Uhr – Sonntag, 13. SeptemberBSW-Spitzenkandidat King distanziert sich von AfDDer Berliner Spitzenkandidat des BSW, Alexander King, hat sich einem Medienbericht zufolge von der AfD distanziert. Die inhaltlichen Schnittmengen seien „überschaubar“, sagte King dem rbb. Er bezeichnete die AfD als militaristische Partei und lehnte sowohl deren Pläne für eine sogenannte Remigration als auch ihre Mieten- und Sozialpolitik ab. Zugleich verteidigte King das Vorgehen des BSW in Sachsen-Anhalt, in einzelnen Sachfragen mit der AfD zusammenzuarbeiten. Es sei durch die Wahl eine Situation entstanden, „in der alle Kräfte gezwungen sind, irgendwie miteinander ins Gespräch zu kommen“, sagte er dem rbb. Durch eine offene Diskussion sei es möglich, die Spaltung der Gesellschaft zu überwinden. King bekannte sich laut rbb zur Umsetzung des Wahlentscheids „Deutsche Wohnen & Co enteignen“. Damit „der Haushalt nicht kippt bei der ganzen Sache“, veranschlage er aber einen Zeitraum von bis zu 30 Jahren. Es gehe darum, ehemalige städtische Wohnungen wieder in öffentliches Eigentum zu holen.Alexander King, Spitzenkandidat für die BSW-Doppelspitze zur Berliner Abgeordnetenhauswahl 2026Quelle: Sven Kaeuler/dpa08:55 Uhr – Sonntag, 13. SeptemberKommunalwahlen in Niedersachsen sind gestartetIn Niedersachsen haben die Kommunalwahlen begonnen. Rund 6,3 Millionen Menschen sind aufgerufen, ihre Bürgermeister, Landräte und Kommunalvertretungen zu bestimmen. Zwei Stunden nach Öffnung der Wahllokale haben bisher 7,60 Prozent der Wahlberechtigten teilgenommen.Diskussionen hatte es vorab über die Überprüfung der Verfassungstreue einiger Kandidaten, insbesondere der AfD, gegeben. Vier AfD-Kandidaten wurden im Zuge dessen nicht zur Wahl zugelassen.06:15 Uhr – Sonntag, 13. SeptemberGesundheitsminister Wilke rät zu Begegnungen unabhängig von politischen EinstellungenBrandenburgs Gesundheitsminister René Wilke setzt nach dem Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt auf mehr Meinungsaustausch als Mittel gegen eine Spaltung der Gesellschaft. „Wenn ich als Gesundheitsminister unserer Gesellschaft ein Rezept ausstellen könnte, dann wäre es Konfrontationstherapie“, sagte der SPD-Politiker. „Damit meine ich, dass immer da, wo ich erlebe, dass Dinge passieren, wo unterschiedliche Perspektiven aufeinanderprallen, fast immer etwas Heilsames dabei rauskommt.“ Bei einer Konfrontationstherapie geht es um die Auseinandersetzung mit Ängsten.Wilke warnt mit Blick auf die AfD vor einer zunehmenden Polarisierung der Gesellschaft, wenn auf Angst vor Migranten und auf Russland-Nähe trotz des Ukraine-Kriegs gesetzt werde. Der SPD-Politiker hält mehr gegenseitige Offenheit für nötig. „Wir waren noch nie so sehr darauf erpicht, uns zurückzuziehen auf Gemeinschaften von Gleichgesinnten“, sagte Wilke. „Freundeskreise, Familien und so weiter orientieren sich heutzutage viel mehr danach, ob man die gleiche Auffassung hat als früher, während es eigentlich zur Normalität gehören muss, dass wir uns immer wieder einordnen.“ Algorithmen – automatisierte Formeln – in sozialen Medien erzeugten solche Blasen von Gleichgesonnenen.Wilke riet dazu, unabhängig von politischen Einstellungen und Herkünften für Begegnungen zu sorgen. „Auch ein bisschen unkonventionell, dass Dinge aufeinanderprallen können.“René Wilke (SPD), Minister für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen ZusammenhaltQuelle: Michael Bahlo/dpa01:56 Uhr – Sonntag, 13. SeptemberSöder: Kein Sturz von Kanzler Friedrich Merz durch die CSUAngesichts wachsender Kritik vieler Unionspolitiker an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat CSU-Chef Markus Söder dessen Sturz durch seine Partei ausgeschlossen. „Von der CSU ​auf keinen Fall“, sagte Söder der „Bild“ auf die Frage, ob es keinen Kanzlersturz geben werde. Auf die Nachfrage, ob er ⁠ausschließe, dass dies aus der CDU komme, sagte Söder: „Für die CDU bin ich nicht zuständig, da bin ich nicht der Vorsitzende. Aber für die CSU kann ich das sagen.“Auf die Frage, ob Merz noch der richtige Mann sei, um eine Regierung zu führen, die Reformen voranbringen wolle, sagte Söder: „Ja, er steht zu den Reformen.“ Auch die Nachfrage, ob Merz noch der ⁠richtige Mann ​sei, bejahte Söder. Natürlich ‌sei es so, dass über Parteien und über Personen geredet werde. „Der Kanzler weiß das“, sagte Söder. Die Union tue aber gut daran, zusammenzustehen „und uns jetzt nicht durch die AfD auseinanderbringen zu lassen“. Nach eineinhalb Jahren gebe es einen schweren Durchhänger, „vielleicht der schwerste, den man sich vorstellen kann, aber kein Grund zum Aufgeben.“Mit Blick auf einen etwaigen Kanzler-Wechsel sagte Söder: „Egal, wer jetzt sofort einrücken würde, wenn man die Alternativen durchspielt, der käme erst einmal ‌mit den gleichen Problemen aus – mit einer SPD, die sich mit ⁠Reformen schwertut.“Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von BayernQuelle: Peter Kneffel/dpa16:25 Uhr – Samstag, 12. SeptemberDemos gegen Rechts in Berlin und DüsseldorfUnter dem Motto „Kein Schritt zurück! Gegen die AfD und rechte Hetze!“ sind, nach übereinstimmenden Angaben von Polizei und Veranstaltern, rund 20.000 Menschen durch die Düsseldorfer Innenstadt gezogen. Die ursprünglich angemeldete Teilnehmerzahl wurde damit verdoppelt. Auch in Berlin wurde demonstriert, dort kamen 13.000 Menschen.Demonstration in DüsseldorfQuelle: Thomas Banneyer/dpa13:34 Uhr – Samstag, 12. SeptemberSPD-Spitzenkandidat Krach in Berlin: „Mir geht es gut“SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach geht es trotz der Ermittlungen gegen ihn nach eigenen Worten gut. „Ich bin in die Politik gegangen und ich weiß, wie Politik läuft“, sagte Krach am Rande einer Wahlkampfveranstaltung in der Kleingartenanlage Bornholm I in Pankow. „Mir geht es insbesondere um den Schutz meiner Frau und meiner Kinder, und dem ordne ich alles unter.“ Seine Frau und er versuchen, dass ihre größeren Kinder nicht alle Zeitungsartikel lesen, die über Krach erscheinen. Krach wird nach eigenen Angaben von der Staatsanwaltschaft Hannover vorgeworfen, zweimal eine Parteispende gefordert zu haben. Zudem soll er in seiner Zeit als Präsident der Region Hannover in einem Verfahren zum Verkauf einer Immobilie unzulässig Geschäftsgeheimnisse weitergegeben haben. Es gilt die Unschuldsvermutung.Spitzenkandidat Steffen Krach (SPD)Quelle: Fabian Sommer/dpa10:57 Uhr – Samstag, 12. SeptemberMeloni: Strategie der „Brandmauer“ funktioniert nichtItaliens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hält sogenannte Brandmauern gegen rechte Parteien und Bewegungen für nicht erfolgreich. „Wie man sieht, ist das eine Strategie, die nicht funktioniert“, sagte die Politikerin der italienischen Zeitung „Il Foglio“, angesprochen auf den Wahlerfolg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vor knapp einer Woche.Politische Bewegungen hätten in Europa an Stärke gewonnen, „die die Verteidigung der Identität, den Kampf gegen die illegale Masseneinwanderung und die Gefahr einer Islamisierung Europas“ in den Fokus stellten, sagte Meloni. Die Reaktion des „Establishments“ sei es häufig gewesen, „Brandmauern zu errichten, anstatt die Sachfragen inhaltlich anzugehen“, erklärte sie weiter.Diese Strategie funktioniere offenbar nicht, so Meloni weiter. Was stattdessen funktioniere, sei es, „diese Anliegen anzuhören und darauf zu antworten“.ll/saha/jac/dpa/AFP/Reuters/epd/nw/krott/coh/gold