SPD-Wahlkampf ohne Parteilogo: Wie schon bei der Landtagswahl 2021 fehlt auch bei dem Wahlkampf für die anstehende Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern (MV) im September das SPD-Logo auf der ersten Welle an Wahlplakaten. Denn die Sozialdemokraten setzen bei ihrer Wahlkampagne alles auf eine Karte: ihre Spitzenkandidatin und amtierende Ministerpräsidentin Manuela Schwesig.Ab Sonntag werden die ersten SPD-Plakate unter dem Slogan „Entscheidung für MV“ in Mecklenburg-Vorpommern zu sehen sein. Darauf, groß und zentral, das Gesicht der Ministerpräsidentin. Vom Parteienlogo hingegen keine Spur. Lediglich das Rot im Hintergrund kann als Bekenntnis zur SPD interpretiert werden.Schwesig, die seit 2017 Ministerpräsidentin und SPD-Landesvorsitzende ist, setzt sich in diesem Wahlkampf einmal mehr von der Bundespartei und der Politik in der Hauptstadt ab. „Die Landtagswahlen sind eine Entscheidung für MV, und darum fokussieren wir uns auf uns“, sagt Lilly Blaudszun dem Tagesspiegel, Schwesigs Kommunikationschefin für den Wahlkampf.Auch inhaltlich grenzt Schwesig sich klar von den Entscheidungen auf Bundesebene ab, an denen auch ihre SPD als Koalitionspartner beteiligt ist. So kündigte sie etwa ihr Veto gegen die Rentenreform im Bundesrat an und fordert, die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren beizubehalten. Überthema Bezahlbarkeit Immerhin: Bei der zweiten Plakatwelle, die zwei Wochen später im Land ausgerollt wird, taucht dann auch das Logo der SPD in der rechten oberen Ecke auf.Die drei Motive, alle mit Schwesig als zentraler Figur, adressieren die zentralen Wahlkampfthemen der Spitzenkandidatin: Arbeit, Familie und Zusammenhalt. Schwesig setzt auf das Versprechen, den wirtschaftlichen Klein- und Mittelstand zu fördern. Über all dem steht die Frage nach der Bezahlbarkeit. „Die Menschen in MV sollen sich ihr Leben wieder leisten können“, sagt Blaudszun. So soll etwa durch Subventionen das Deutschlandticket für Jugendliche günstiger werden. Manuela Schwesig startet ihren Wahlkampf in Schwerin. © REUTERS/ANNEGRET HILSE Den Erwerb eines Führerscheins wollen die Sozialdemokraten durch zinslose Darlehen unterstützen. Vereine sollen bei Veranstaltungen durch finanzielle Unterstützung des Landes bei den Musikrechten entlastet werden. Abstand zu der AfD In der ersten Phase des nun offiziell gestarteten Wahlkampfes, wollen sich Schwesig und die Sozialdemokraten in Mecklenburg-Vorpommern nicht nur an der AfD abarbeiten, sagt Blaudszun. „Wir haben ein starkes personelles und inhaltliches Angebot, und damit wollen wir die Wahl für uns entscheiden.“Schwesig selbst sprach bei der Präsentation der Kampagne am Mittwoch in Schwerin von einer Richtungswahl und erklärte die Abstimmung zu einem Zweikampf: Entweder sie und die Demokratie oder die AfD. „Dann wird es für die Menschen im Land schlechter“, sagte sie. Diese Zuspitzung könnte für Schwesig aber auch zum Risiko werden: Entscheidend für die Regierungsbildung wird am Ende nicht sein, ob die SPD vor der AfD liegt, sondern ob Schwesig eine stabile Mehrheit im Landtag organisieren kann.In den Umfragen holt die SPD in MV zwar seit Anfang des Jahres auf, liegt aber nach wie vor deutlich hinter der AfD mit Spitzenkandidat Leif-Erik Holm. In der aktuellsten Umfrage im Auftrag des NDR von Infratest dimap vom 9. Juli liegt die SPD bei 29 Prozent und die AfD bei 36 Prozent. (mit dpa)