Wenn an diesem Wochenende in Neu-Delhi elf Staats- und Regierungschefs unter dem Motto „Building for Resilience, Innovation, Cooperation and Sustainability“ (etwa: Aufbau von Widerstandsfähigkeit, Innovation, Kooperation und Nachhaltigkeit“) zusammenkommen, dann verhandeln sie über eine Gruppe, die statistisch längst gewonnen hat, aber geopolitisch noch nicht angekommen ist.
Nach Kaufkraftparität stellen die Brics rund 40 Prozent der Weltwirtschaft, die G7 nach IMF-Daten für 2026 etwa 28 Prozent. Die erweiterte Gruppe vereint knapp die Hälfte der Menschheit – 49,5 Prozent laut den Angaben rund um die indische Präsidentschaft – und rund ein Viertel des Welthandels.
Brics-Gipfel: Meilenstein zu neuer Weltordnung?
Die Frage, die über dem 18. Gipfel schwebt, lautet deshalb nicht, ob sich das Gewicht verschoben hat. Sie lautet: Ist Neu-Delhi ein weiterer Meilenstein auf dem Weg in eine neue Weltordnung – oder nur ein weiteres eindrucksvolles Familienfoto einer Gruppe, die ihre eigene Größe nicht in Struktur übersetzt bekommt?
Beginnen wir bei den Zahlen, weil sie in dieser Debatte selbst zur Waffe geworden sind. Der Satz „Brics hat die G7 überholt“ ist nur unter einer präzisen Bedingung haltbar: beim kaufkraftbereinigten Bruttoinlandsprodukt.












