Neu-Delhi hat sich für den 18. Brics-Gipfel in Schale geworfen. Fahnen an jedem zweiten Laternenpfahl, LED-Installationen an den Ausfallstraßen, frisch gestrichene Bordsteine, und viele Plakate mit Modis Konterfei, sehr viele. Am 12. und 13. September empfängt der Ministerpräsident im Kongresszentrum Bharat Mandapam elf Vollmitglieder und einen wachsenden Kreis von Partnerstaaten. Wladimir Putin hat zugesagt, es wäre sein zweiter Indien-Besuch binnen weniger als einem Jahr.
Auch Xi Jinping wird erwartet, und zwar zum ersten Mal seit 2019. Dazwischen liegen der tödliche Grenzzusammenstoß im Galwan-Tal im Juni 2020, in dem indische und chinesische Soldaten mit Nagelknüppeln aufeinander losgingen, und ein jahrelanges diplomatisches Schweigen auf höchster Ebene. Nun ist sogar ein bilaterales Gespräch zwischen Xi und Modi von 45 Minuten bis einer Stunde eingeplant. Was das strategisch wert ist, darüber streiten die Kommentatoren in Delhi und Peking.
Für Indien ist der Gipfel weniger Arbeitstreffen als Selbstinszenierung. Es ist die vierte Brics-Präsidentschaft nach 2012, 2016 und 2021, das Format wird in diesem Jahr zwanzig, und die Gastgeber lassen niemanden im Zweifel darüber, dass sie den runden Geburtstag zum eigenen Auftritt umbauen. Rund 350 Vorbereitungstreffen in mehr als 25 Städten, ein finales Ministertreffen der Finanz- und Zentralbankchefs am 9. und 10. September in Mumbai, dazu eine Agenda, die klingt wie das Wunschkonzert eines aufstrebenden Global Players: widerstandsfähige Lieferketten, grenzüberschreitende Zahlungssysteme, mehr Handel in nationalen Währungen, digitaler Handel, künstliche Intelligenz, Energiesicherheit und die Reform globaler Institutionen, die man in Delhi vor allem als westlich dominiert wahrnimmt.










