Baschi und Doris Leuthard beerdigen den «Sonntags-Blick»Die Sonntagszeitung des «Blicks» ist Geschichte. Der Ringier-Verlag hat das 1969 gegründete Blatt am Mittwoch mit Pomp und Gloria zu Grabe getragen.10.09.2026, 07.36 Uhr3 LeseminutenBei der Geburt des «Sonntags-Blicks» 1969 gab es Kuchen.Ullstein Bild / GettyEs fehlten eigentlich nur der Kultsünneler Peach Nyffeler und der Kultkolumnist Frank A. Meyer. Sonst stellte sich am Mittwoch im Zürcher «Terrasse» mehr oder weniger die ganze Ringier-Prominenz ein, um den «Sonntags-Blick» zu Grabe zu tragen.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Ringier-CEO Marc A. Walder, der die «SoBli»-Redaktion eine Weile selbst leitete, hatte rund 150 Gäste aus Politik, Sport, Wirtschaft und Kultur eingeladen, um das Nachfolgeprodukt der Sonntagsausgabe vorzustellen: eine Wochenendausgabe des «Blicks».Die prominentesten und bekanntesten unter den Geladenen hielten eine Grabrede: Die Skilegende Bernhard Russi erklärte bescheiden, weshalb Roger Federer in einer anderen Legenden-Liga spiele als er, bevor er erzählte, weshalb er den «Sonntags-Blick» in Andermatt jeweils erst am Montag lesen kann («aber ich verpasse keine Ausgabe»).Ringier-CEO Marc Walder sagt, es brauche wieder mehr Orientierung.Michael Schmid / KeystoneLeuthards mahnende WorteDer Sänger Baschi und die Ex-Miss-Schweiz Christa Rigozzi erzählten irgendetwas, während die ehemalige Medienministerin Doris Leuthard (die, wie der Cordon-bleu-Tester und Moderator Reto Scherrer, 50, hervorhob, bei der Geburt des «Sonntags-Blicks» sechs Jahre alt war) mahnende Worte an Walder richtete: Medien hätten immer noch eine staatspolitische Bedeutung. Es brauche heute wieder mehr Orientierung und Einordnung, sagte sie.Die Taufe für das neue Produkt stand bei dem vielen Pomp etwas im Schatten des Sarges, aber es entspricht in etwa dem, was in der geschwätzigen Medienbranche schon im Vorfeld durchgesickert war: Das neue Blatt heisst «Blick fürs Wochenende» und erscheint am Samstag, den 9. Januar 2027, zum ersten Mal. Es vereint den «Blick» und die sterblichen Überreste des «Sonntags-Blicks» in einer einzigen Wochenendausgabe mit 96 Seiten, verteilt auf zwei Bünde. Ringier ahmt damit nach, was CH Media mit seiner auflagenstarken «Schweiz am Wochenende» (1 Million Leser) bereits vormacht.Inhaltlich soll der erste Bund mit Recherchen, Reportagen, Interviews, Meinungen und Analysen das Geschehen der Woche einordnen. Zu Frank A. Meyer gesellen sich neue Kolumnisten: Stefan Zweifel, Christian Jott Jenny und Alexandra Lüönd.Die Ringier-Verantwortlichen zeigen den neuen «Blick fürs Wochenende», das Nachfolgeprodukt des «Sonntags-Blicks», auf einem Display.Michael Schmid / KeystoneDer zweite Bund widmet sich Rubriken, der Unterhaltung und mit rund 30 Seiten dem Sport. Geplant sind auch hier neue Kolumnen. Es schreiben die Spitzenfussballerin Ramona Bachmann, der Ex-Fifa-Schiedsrichter Urs Meier und der Spielerberater Sascha Fischer. Weil der Druck am Freitag verhindert, dass aktuelle Sportresultate Platz im Blatt finden, werden sie künftig über ein digitales Sportfenster auf Blick.ch verfügbar sein.Marc Walder gab sich am Mittwoch Mühe, den Abschied vom «Sonntags-Blick» als Wiederauferstehung aussehen zu lassen: «Das neue Kapitel ist nicht einfach eine Spargeschichte, sondern ist effektiv eine neue Publikation, die in die Schweiz kommt.» Aber er verschwieg auch nicht, mit welchen Problemen die Medienbranche zu kämpfen hat. Die Auflage der Schweizer Zeitungen hat sich in den letzten fünfzehn Jahren fast halbiert, die Netto-Werbeeinnahmen der Printmedien sind seit 2014 von rund 1,5 Milliarden auf noch 600 Millionen Franken gesunken.Stark gesunkene AuflageGesunken ist auch die Auflage des «Sonntags-Blicks» selbst: Laut den letzten Zahlen erreicht sie noch eine Auflage von 74 676 Exemplaren. Beim Marktführer «Sonntags-Zeitung» sind es 102 663. Bei der Nummer zwei, der «NZZ am Sonntag», 84 522.Das «Blick»-Mobil auf Werbefahrt: 1989 waren die Zahlen für den« Sonntags-Blick» noch hervorragend.Ullstein Bild / GettyDennoch glaubt Ringier weiterhin an die Bedeutung des Wochenendes. Ladina Heimgartner, CEO Ringier Medien Schweiz, nannte die Tage Samstag und Sonntag «einen der wertvollsten Medienmomente überhaupt». Unter der Woche dominiere das Tempo, am Wochenende wollten Menschen verstehen, was die Woche geprägt habe, und gleichzeitig Inspiration für ihre freien Tage finden.Die letzte Ausgabe des «Sonntags-Blicks» erscheint am 27. Dezember 2026. Ein Stellenabbau sei, wie am Mittwoch betont wurde, nicht vorgesehen.Passend zum Artikel
Baschi und Doris Leuthard beerdigen den «Sonntags-Blick»
Die Sonntagszeitung des «Blicks» ist Geschichte. Der Ringier-Verlag hat das 1969 gegründete Blatt am Mittwoch mit Pomp und Gloria zu Grabe getragen.









