Früher wählten Arbeiter SPD und Besitzbürger CDU. Heute wählen viele Arbeiter AfD und das urbane Bildungsbürgertum wählt eher links. Was ist da los?
Steht Deutschland am Beginn eines neuen Faschismus?, fragt der SWR-Radiojournalist. Oh Gott, antwortet der Politologe Philip Manow. Dann schließt er sich Jan Philipp Reemtsma an, der sich in einem Essay in der FAZ unlängst gegen ein Reden gewandt hat, das den historischen Faschismus einfach auf die Gegenwart überträgt, in der Regel mit Weimar- und 1933-Analogiegeraune.
Damit signalisiere man, sagt Manow in dem Radiogespräch, historische Sensibilität und besorgte Zeitgenossenschaft und treibe durch richtigen oder falschen Wortgebrauch voran eine Lagerbildung: diejenigen, die es checken, gegen die Verharmloser, die nicht von Faschismus sprechen.
Manow ist Professor für Internationale Politische Ökonomie in Siegen und hat gerade ein Buch mit dem Titel „Spaltungslinien“ (C.H. Beck 2026) veröffentlicht, das man als Werk der Stunde bezeichnen kann. Weil es anachronistisches Denken durcheinanderschüttelt, was spätestens nach dem fulminanten Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt dringend notwendig ist.
Links und rechts greift zu kurz









