1. Der Bundeskanzler wirkt ratlosEr traue sich zu, durch seine Politik die Wahlergebnisse der AfD zu halbieren, hat Friedrich Merz lange vor seinem Amtsantritt als Bundeskanzler mal gesagt. Heute gab er sich nach der Wahl in Sachsen-Anhalt, bei der die Wählerinnen und Wähler der AfD ein Ergebnis von 43,8 Prozent beschert haben, in der Berliner CDU-Zentrale einigermaßen zerknirscht. »Ich stelle mir natürlich die Frage, wie es so weit kommen konnte«, sagte ein nachdenklich wirkender Merz – und verteidigte die Reformpolitik seiner Regierung. (Lesen Sie hier alle aktuellen Entwicklungen im Newsblog .)

CDU-Merz Friedrich Merz

»Man merkt Merz bei seinem Auftritt im Adenauer-Haus an, dass ihn das Wahldebakel schwer trifft«, schreibt mein Kollege Philipp Wittrock in der Analyse des Auftritts. Mit der Niederlage habe er rechnen müssen, das Ausmaß aber habe den CDU-Chef überrascht. »Merz versucht es mit einer Mischung aus dosierter Selbstkritik und demonstrativer Entschlossenheit. Er will am eingeschlagenen Reformkurs festhalten, und er betont ausdrücklich, wie einig er sich darin mit dem Vizekanzler und SPD-Chef sei.« So wolle er den Koalitionspartner vorsorglich zur Disziplin aufrufen, denn von dort kämen bereits erste distanzierende Töne.