Die CDU mit Spitzenkandidat Sven Schulze fährt ihr historisch schlechtestes Ergebnis in Sachsen-Anhalt ein. Was heißt das für die Christdemokraten?

Fassungslosigkeit macht sich breit, als am Sonntagabend um 18 Uhr die erste Prognose auf dem großen Screen auftaucht. Betretene Gesichter, lautes Ausatmen, ein Schluck vom Bier – so reagieren die Christdemokrat:innen, die im Hotel Maritim in Magdeburg zu dem zusammen gekommen sind, was man gemeinhin Wahlparty nennt. Doch von Partystimmung ist die CDU Lichtjahre entfernt. Schockstarre trifft es besser.

„Das ist deutlich schlechter, als wir nur ansatzweise erwartet haben“, sagt Landesgeschäftsführer Mario Zeising. „Das muss man erst mal verdauen. Das ist eine völlig neue Situation.“ Die CDU kommt auf deutlich unter 20 Prozent, 44 Prozent sind es für die AfD. Der rechtsextremen Partei, so wird im ZDF vorgerechnet, fehlt nur noch ein Sitz zur absoluten Mehrheit. „Ich bin sprachlos“, sagt eine Frau. Sie hatte mit einem schlechten Ergebnis gerechnet, aber so schlecht nicht. „Die Wähler wollen es nicht anders“, sagt ein Mann fassungslos. Er hat sich im Wahlkampf mächtig engagiert, so manchen Samstag um 8 Uhr morgens vor dem Bäcker schon Flyer verteilt. Und jetzt das.