Die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt an diesem Sonntag beschäftigen nicht nur Deutschland, sondern interessieren auch weit über die Grenze hinaus. Umfragen zufolge dürfte die AfD aller Voraussicht nach die mit Abstand stärkste Kraft werden. Die Frage ist, ob ihr Sieg deutlich genug ausfällt, dass erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg eine Rechts-außen-Partei in einem deutschen Bundesland an die Macht kommt. Und genau damit befasst sich auch die ausländische Presse. Ein Überblick.

BBC, GroßbritannienDie britische BBC schreibt : »Dies ist eine Wahl, die die deutsche Geschichte verändern könnte.«»Guardian«, GroßbritannienIm ebenfalls britischen »Guardian« heißt es zu den Folgen dieser Wahl für Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU): »Für den Bundeskanzler und Vorsitzenden der konservativen Christlich-Demokratischen Union (CDU) könnte ein Machtwechsel zugunsten der Alternative für Deutschland (AfD) in diesem Bundesland die bislang größte Katastrophe seiner Amtszeit sein, die ohnehin schon von scheinbar unaufhörlichen Rückschlägen geprägt ist.«

Den AfD-Spitzenkandidaten Siegmund beschreibt der »Guardian« wie folgt: »Ulrich Siegmund, das 36-jährige, fotogene Aushängeschild der Partei, hat eine beträchtliche Fangemeinde auf TikTok. Er wird von seinen Anhängern im ganzen Bundesland wie ein Popstar empfangen und ist oft mit einem Moped aus der Zeit vor der Wiedervereinigung in Ostdeutschland unterwegs. Der ehemalige Lufterfrischer-Verkäufer mit einem Abschluss in Wirtschaftspsychologie verkörpert Charme und Witz, die seinen Parteikollegen oft gefehlt haben.«