Stand: 07.09.2026 • 10:29 Uhr
Wie schaut das Ausland auf Sachsen-Anhalt? Den Wahlerfolg der AfD führen internationale Medien zu großen Teilen auf die Bundespolitik zurück - und auf die Unbeliebtheit von Kanzler Merz. Auch werden Folgen für ganz Europa befürchtet.
Wall Street Journal: "Das Signal ist deutlich, auch wenn die rechnerischen Mehrheitsverhältnisse der AfD womöglich keine handlungsfähige Mehrheit in der Landesregierung verschaffen. Die Wähler sind der etablierten Parteien überdrüssig. Dieser Frust speist sich vor allem aus der liberalen Einwanderungspolitik, die Berlin ein Jahrzehnt lang seit 2015 verfolgte, und die zurückzudrehen sich als schwierig erweist. Hinzu kommt ein wirtschaftliches Schwächeln, gegen das Berlin kein wirksames Mittel findet. (...) Die Links-rechts-Koalition lähmt Merz, dessen persönlicher Instinkt in der Wirtschafts- und Außenpolitik eigentlich in Richtung jener Reformen weist, die Deutschland braucht."
Frankreich
Ouest-France: "Zu sehen, wie sie an den Wahlurnen fast jeden zweiten Wähler hinter sich vereinen, ist ein Schock für Millionen von Deutschen, für die die AfD eine Bedrohung für ihre Demokratie, eine Beleidigung des Versprechens 'Nie wieder' und ein Rückschlag für all die Arbeit ist, die in Bezug auf ihre Vergangenheit geleistet wurde. Kein anderes Land hat so viel in eine gemeinsame Aufklärungs- und Erinnerungsarbeit investiert wie Deutschland, um die Wiederkehr der Vergangenheit abzuwenden. (...) Sowohl der Kreml als auch das Weiße Haus sind mit diesem Ergebnis zufrieden, das die führende europäische Macht und damit Europa schwächt. Sachsen-Anhalt ist zwar ein kleines Bundesland, doch die Auswirkungen sind groß."











